Dem Fund war eine gezielte Suche der Experten vorausgegangen. "Luftbildaufnahmen haben uns an diese Stelle geführt", erklärte Hans-Werner Schwabe vom Kampfmittelbeseitigungsdienst, der mit einem Team aus Halle angerückt war. Die Auswertung alter Aufnahmen aus der Luft habe auf beiden Seiten des Bahndammes vier verdächtige Stellen gezeigt, die nach und nach abgesucht wurden. "Erst am vierten Punkt sind wir dann in etwa drei Metern Tiefe wirklich fündig geworden", sagt Schwabe. Zuvor hatten seine Kollegen lediglich alte Leitungen und einen verfüllten Bombentrichter ausgegraben.
Am vierten Grabungspunkt wurden die Arbeiter dann jedoch stutzig, als sie auf ein noch relativ intaktes Leitwerk der Fliegerbombe stießen. "Wenn eine Bombe detoniert, bleibt von solchen Bauteilen normalerweise nicht viel übrig", erläutert Schwabe. Und so musste erneut der Bagger ran und tiefer graben. Denn aufgrund des Grundwassers blieb der Sprengkörper verschwunden. Auch die Art des Zünders war zunächst unbekannt.
Als die Bombe ans Tageslicht kam, war schnell die Entscheidung zu ihrer Sprengung vor Ort getroffen. Die nahe Landesstraße wie auch die Bahnstrecke wurden vorübergehend gesperrt. Bei der Detonation gegen 19.30 Uhr dann gab es keinerlei Probleme. Die Evakuierung von Personen war aufgrund des unbewohnten Umkreises nicht nötig, teilte das Amt für Katastrophenschutz des Landkreises am Abend mit. Lediglich ein großer Krater kündete letztlich noch von der gefährlichen Fracht, die so lange im Boden verborgen war.