Andreas Herttan schaut von oben auf die Sonnenuhr am Querfurter Rathaus, die er restaurieren will. (FOTO: PETER WÖLK)
Sie ist schon ziemlich alt. Und der Zahn der Zeit hat seine Spuren hinterlassen. 1727 ist sie am Querfurter Rathaus angebracht worden. Hin und wieder hat man mehr oder weniger erfolgreich daran herumgewerkelt. In den 1980er Jahren hatte man Farbe draufgestrichen. Doch die aus rotem und weißem Sandstein bestehende Sonnenuhr direkt über der Eingangstür ist derzeit in einem desolaten Zustand.
"Wir haben die Sanierungsarbeiten am Rathaus jahrelang hinausgezögert. Und natürlich war auch nie genug Geld da, um die Sonnenuhr entsprechend den Anforderungen des Denkmalschutzes zu restaurieren. Aber jetzt, da wir Geld haben für die Sanierung des Rathausgiebels, können wir auch an die Uhr denken", erzählt Querfurts Bürgermeister Peter Kunert (FDP). "Umso erfreulicher ist, dass sich jetzt der Gatterstädter Bildhauermeister Andreas Herttan daran machen wird, die Uhr zu restaurieren", so Kunert weiter. Und das für einen Preis, den die Stadt auch in der Lage sei, zu übernehmen.
"Ich habe die Möglichkeit und die Erlaubnis, neben meiner hauptberuflichen Tätigkeit als Krankenpfleger im Klinikum Merseburg, meinen Beruf als Steinmetz- und Bildhauer auszuüben. Und diese Sonnenuhr braucht einfach eine fachgerechte Restaurierung. Vor Jahren war das Projekt ja schon einmal im Gespräch, ist dann aber an den fehlenden Mitteln gescheitert", sagt Andreas Herttan dazu. Außerdem liege ihm auch daran, wieder einmal etwas für die Stadt zu tun.
"Ich habe schon einige Recherchen angestellt, habe alle verfügbaren Quellen angezapft, um herauszubekommen, wie das Original einmal ausgesehen hat. Denn Fakt ist, dass zum Beispiel die Sonnenblume oben links dort nicht hingehört. Jetzt weiß ich aber fast genau, wie die Uhr aussehen soll", so erzählt Bildhauer Herttan. Zur Restaurierung werde man den oberen Teil der Uhr herunternehmen müssen, auch um verwitterte Teile ersetzen zu können.