Saalekreis: Geschützte Protokolle bei Google

18.07.2012 17:01 Uhr | Aktualisiert 18.07.2012 20:40 Uhr
Drucken per Mail
Google

Google konnte auf geschützte Bereiche der Internetseite von Bad Dürrenberg zugreifen. (FOTO: DPA)

Von Cornelia Fuhrmann
Wegen eines Datenbankfehlers konnte die Suchmaschine auf geschützte Bereiche der Internetseite von Bad Dürrenberg zugreifen.
BaD Dürrenberg/MZ. 

Eigentlich wollte Stadtrat Steffen Eigenwillig (Die Linke) in der jüngsten Sitzung nur wissen, wann die Internetseite der Stadt Bad Dürrenberg wieder funktionieren wird. Doch hinter der plötzlichen Abschaltung des Internet-Auftritts steckt ein gravierendes Problem: Passwortgeschützte Dokumente von dieser Homepage konnten über die Internetsuchmaschine Google plötzlich weltweit von Jedermann geöffnet und gelesen werden.

Dabei handelte es sich um Protokolle des öffentlichen Teil der Ratssitzungen. Diese dürfen laut Gemeindeordnung aber nicht öffentlich im Netz einsehbar sein.

Wie lange diese Panne dauerte, ist unklar. Immerhin weiß man inzwischen, wie es dazu kam: "Schuld ist eine defekte Datenbank, die der Internetseite zugrunde liegt", erklärt Verwaltungsmitarbeiter und Informatiker Alexander Doll, der den IT-Bereich und die Internetseite der Stadt Bad Dürrenberg betreut. Durch den Fehler sei keine Abfrage nach Benutzernamen und Passwort erfolgt, um auf den geschützten Bereich zu gelangen. Google habe stattdessen mit seinen Suchrobotern ungehinderten Zugriff gehabt. "Es sind aber zu keiner Zeit brisante Daten an Google gelangt", betont Doll. Denn die Protokolle der nicht-öffentlichen Sitzungen, in denen zum Beispiel Personal- oder Grundstücksfragen behandelt werden, würden generell nicht im Internet bereitgestellt.

Inzwischen sei das Leck gestopft. Sofern die Links überhaupt noch bei Google auftauchen, erscheine beim Öffnungsversuch eine Fehlermeldung. Als Konsequenz überlege die Stadt nun, die Protokolle den Räten nur noch per E-Mail zukommen zu lassen.

Als Betreiber einer Internetseite sei man jedoch nie sicher. "Jedes Jahr wehren wir fünf bis zehn Hacker-Angriffe ab", sagt Doll. "Das geht auch anderen Städten so."

Doch wieso war die Stadtseite gleich fast drei Wochen nicht erreichbar? "Weil die Datenbank massiv zerstört war. Das war nur noch Kauderwelsch", erklärt Doll. Die Internetseite mit einem veralteten Datenstand online zu lassen, hätte niemandem geholfen. Da es eine Umleitung auf die Tourismusseite gab, sei Bad Dürrenberg dennoch im Internet vertreten gewesen. "Ab heute ist die Internetseite der Stadt wieder aufrufbar, jedoch vorerst nur mit Grundfunktionen", so Hauptamtsleiterin Katrin Reichardt.