«Final Prayer» in Aktion. (FOTO: PRIVAT)
Bei einer neuen Geschäftsidee für eine Region spricht man nicht selten von einer Marktlücke, die nun geschlossen werden kann. Für die Idee von Philipp und Christoph Schramm muss man sich einen ähnlichen Vergleich im Bereich Musik suchen. Die Brüder aus Nemsdorf-Göhrendorf haben im vergangenen Jahr das erste "Return to Strength"-Festival auf dem Querfurter Festplatz organisiert. Und weil das ein toller Erfolg war, steht nun das zweite Festival an. Das wiederum wird alle Freunde des Hardcore freuen.
"Ich bin vor acht Jahren Fan von Hardcore geworden, der ja aus dem Punkt entstanden ist. Inzwischen habe ich auch meinen Bruder angesteckt", sagt der 25-jährige Philipp, der beim Zoll in Frankfurt am Main arbeitet und nur an den Wochenenden daheim ist. "Aber das ist auch selten genug, denn die Hardcore-Szene ist über ganz Deutschland verteilt, und das sind auch die Konzerte. Wir sind eigentlich immer unterwegs, haben so aber auch Freundschaften in ganz Deutschland und sogar in Europa schließen können."
Und weil in der Region gerade diese Musikrichtung, die sich für einen Außenstehenden wie Krach anhört, die aber geprägt ist von ihren sozialkritischen Texten, kaum zu hören ist, haben sich die Schramms mit einigen anderen Fans zusammengetan, um sie in Querfurt bekannter zu machen. Philipp meldete dafür sogar ein Gewerbe an. Und am 13. und 14. Mai 2011 waren 24 Hardcore-Bands aus ganz Europa am Start. 500 Zuschauer aus ganz Europa waren dazu in die Quernestadt gekommen. "Zunächst hatte man in der Stadtverwaltung ja so einige Bedenken, aber dann gab es viel Entgegenkommen, so dass wir auch in diesem Jahr sehr optimistisch an die Vorbereitung des zweiten Festivals gehen konnten", sagt der Döcklitzer Maschinenbaustudent Sebastian List (21), der zum Organisationsteam gehört. "Wir haben ja sogar auch unsere Familien mit einbezogen", hakt der 21-jährige Christoph Schramm ein, der Wirtschaftswissenschaften und Soziologie studiert.
Das Organisationsteam hat für das Festival, das am 1. und 2. Juni auf dem Festplatz in Querfurt und dort in einem großen Zelt über die Bühne geht, 29 Bands buchen können, die "teilweise nur für das Benzin spielen, das sie brauchen, um herzukommen." Auch in diesem Jahr wird das Festival international sein. Bands aus England, Belgien, Irland, den Niederlanden, Frankreich und sogar zwei aus den USA werden neben deutschen Bands spielen. Namen wie "CDC" und "Twitching Tongues", "Gone to Waste", "Prowler" oder "Surge of Fury" stehen auf der Liste. Jede Band soll 25 Minuten spielen. "Die bekannten Bands spielen sicherlich auch etwas länger", so Philipp.
Anwohner müssen keine Sorge haben, das Zelt wird die Musik dämpfen. "Vergangenes Jahr bin ich regelmäßig herumgefahren und habe die Anwohner gefragt, ob sie sich gestört fühlen. Das war aber nicht der Fall." Damit auch in diesem Jahr alles ohne Probleme über die Bühne geht, wird eine Security-Firma vor Ort sein. Die wird auch darauf achten, dass niemand Glasflaschen mit aufs Gelände bringt. Eine Zusammenarbeit hat sich in diesem Jahr auch mit dem Team von GMS-Events aus Querfurt ergeben. Das organisiert die Übernachtungen und übernimmt die Schallpegelmessung. "Wir werden auch eine Möglichkeit zum Zelten anbieten", hakt Christoph Schramm noch einmal ein. Das Festival beginnt am 1. Juni um 16 Uhr. Karten kosten 27,50 Euro im Vorverkauf für beide Tage, für einen Tag kosten sie 19 Euro.
Informationen und Tickets gibt es unter www.eastsidepride.de oder www.onelifeonecrew.de