Rund 5 000 Gäste sahen sich auf dem Hof um. Mitte: Reifentest. Reiner Haseloff (l.) vor einem der Riesentraktoren. Rechts: Großes Interesse an Biogas-Anlage. (FOTO: MZ)
Zurück zum Ursprung: Wer sich am Sonnabend beim Tag des offenen Hofes in Kleineichstädt am "Frischli"-Stand einen Becher "Leckermäulchen" schmecken ließ, probierte sozusagen ein Produkt direkt vom Hof. "Die Milch unserer Kühe geht ans Frischli-Werk nach Weißenfels und an die Käserei nach Bad Bibra", erklärte Enrico Horst, Leiter der Stallanlagen.
Täglich holen große Tanklaster rund 12 000 Liter Milch aus dem Ortsteil Kleineichstädt, in dem sich die Kuhställe der Agrargenossenschaft Weißenschirmbach befinden. Am Sonnabend standen die Türen überall offen und die Besucher konnten alles genau in Augenschein nehmen: die Melkanlage und die Iglus der Kälbchen, die schwere Technik, mit der 1 600 Hektar Ackerfläche bearbeitet werden und natürlich die großen Scheunen und Hallen, die vorübergehend in Festsäle verwandelt worden waren.
Für die Abläufe in dem Landwirtschaftsbetrieb sowie dessen Produktpalette, Probleme und Zukunftspojekte interessierte sich auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). Besonders imponierte ihm die Biogasanlage, für deren Betrieb die Agrargenossenschaft sowie 52 Familien aus Kleineichstädt ein separates Unternehmen gegründet haben. Es versorgt die Abnehmer ganzjährig mit Wärme, die letzendlich halb soviel kostet wie die aus herkömmlichem Gas oder Öl.
"Das ist die ideale Lösung für den ländlichen Raum", begeisterte sich der Ministerpräsident. Selbst die Kirche sei - sogar zum Nulltarif - angeschlossen, legte Norbert Münch, Vorstandvorsitzender der der Agrargenossenschaft, verschmitzt nach. Zudem dementierte er landläufige Vorstellungen über die Biogas-Anlage. "Rund 70 Prozent von dem, was wir verwerten, sind Mist, Hühnerkot, Jauche und Abfälle", erläuterte er. Der Rest sei Mais. "Die Energiewende hat hier schon stattgefunden", lobte Haseloff.