Saalekreis: Hohe Preise locken Metalldiebe

06.07.2012 20:57 Uhr | Aktualisiert 06.07.2012 21:41 Uhr
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Metallklau

Metallklau nimmt nach einem starken Rückgang in Sachsen-Anhalt wieder zu. (FOTO: DPA)

Von Tilo Krippendorf
Kupfer, Zink und Blei sind auch im Saalekreis ein beliebtes Diebesgut. Kürzlich schlugen besonders dreiste Räuber zu: In einer Firma in Gatterstädt ließen sie gleich neun Tonnen Zinkblech mitgehen.
GatterstÄdt/MZ. 

Sonst stehen vor allem Kabel und Regenrinnen aus Kupfer in der Statistik ganz oben. Die Buntmetalle erreichten in den vergangenen Monaten Höchstpreise. Eine Tonne Kupfer kostet zur Zeit beispielsweise um die 6 200 Euro, aber sogar Preise von knapp 7 000 Euro pro Tonne waren im vergangenen Jahr keine Seltenheit.

Mit einigen Kilogramm des rötlichen Metalls kommen da schnell Werte von mehreren hundert Euro zusammen. Im bundesweiten Vergleich ist Sachsen-Anhalt das Land mit den meisten registrierten Diebstählen - zumindest bei einem beliebten Opfer der Diebe, der Deutschen Bahn. Sie vermeldete 2011 ganze 573 Fälle im Land. Im Jahr zuvor waren es noch 411. Damit einher gehen für das Unternehmen auch Zugausfälle, Reparaturarbeiten und somit große Folgeverluste, die wiederum den Kunden teuer zu stehen kommen.

Die Entwicklung war zuletzt so bedenklich, dass die Bahn seit einigen Monaten die Kabel und andere Metallteile an bestimmten Trassen mit künstlicher DNS markiert. Mit diesem Vorgehen ist eine eindeutige Zuordnung des Metalls möglich. Außerdem sollen so auch langfristige Spuren bei den Tätern hinterlassen werden, die dann eindeutig überführt werden könnten.

Denn das ist oft das Problem: Diebe müssen quasi auf frischer Tat ertappt werden, um ihnen eine Schuld zuzuschreiben. Wer Altmetall im Kofferraum umherfährt, kann nicht belangt werden, eine Zuordnung von Diebesgut und Tatort ist schwierig.

Die Täter in Gatterstädt gingen nicht zimperlich vor. Mit einem Lkw müssen sie gekommen sein, um die mit jeweils einer Tonne beladenen Paletten abzutransportieren. Es entstand ein Schaden von rund 20 000 Euro. Die Angst vor Nachahmern ist bei dem betroffenen Unternehmen groß - gegenüber der MZ will sich dort niemand zu dem Vorfall äußern.

Polizeisprecher Jürgen Müller vom Revier des Saalekreises bestätigt: "Von 2010 zum Jahr 2011 ist die Zahl der gemeldeten Metalldiebstähle von 50 auf 82 gestiegen. Dieser Trend setzt sich auch in diesem Jahr fort." Bevorzugt würden Kabel, Dachentwässerungen und Blitzableiter von den Tätern gestohlen. Aber auch Positives berichtet Müller: "Durch Beobachtungen von Bürgern konnten in letzter Zeit bereits einige Täter auf frischer Tat gestellt werden."