Saalekreis: Hunderte Besucher feiern am Geiseltalsee

11.08.2012 13:55 Uhr | Aktualisiert 12.08.2012 20:36 Uhr
Mit Salut-Schüssen von der Geiseltalsee-Galeere wurde ein Teil des Sees feierlich freigegeben. (FOTO: PETER WÖLK) 
Von DIANA DÜNSCHEL
Hunderte Besucher haben Sonnabendvormittag an der Marina Mücheln die Freigabe des Geiseltalsees gefeiert. Ab sofort ist etwa ein Viertel der Seefläche zwischen Mücheln und der See-Halbinsel nutzbar. Erlaubt sind Baden und Bootsfahrten.
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MÜCHELN/MZ. 

Gottfried Backhaus ist schon oft in die Rolle des Kanoniers der Geiseltalsee-Galeere geschlüpft. Doch die drei Schüsse, die der Langeneichstädter Samstag punkt 10 Uhr im Müchelner Hafen abgibt, sind auch für ihn etwas Besonderes. Es ist der symbolische Start für die Geiseltalsee-Freigabe bei Mücheln.

"Es kann losgehen", hat zuvor Müchelns Bürgermeister Andreas Marggraf (parteilos) verkündet. "Die Boote warten auf uns." Sein Amtsvorgänger Udo Wurzel ist sichtlich aufgewühlt. "Es ist ein erhebendes Gefühl, diesen Tag nach 20 Jahren Kampf und Mühen erleben zu dürfen", sagt er unter dem Beifall hunderter Gäste, die an die Marina gekommen sind.

"Im Buch der Geschichte wird ein völlig neues Kapitel aufgeschlagen. Nun liegt es an uns, es mit Leben zu erfüllen", erklärt Reinhard Hirsch, der Vorsitzende des Interessen- und Fördervereins "Geiseltalsee". Und der Braunsbedraer Bürgermeister Steffen Schmitz (CDU) meint im Hinblick auf den noch gesperrten Großteil des Geiseltalsees und den noch im Bau befindlichen Braunsbedraer Hafen ganz optimistisch: "Bei uns geht es auch weiter, früher oder später." Überhaupt sieht man an diesem Vormittag so viele strahlende Gesichter wie selten zuvor. Sätze wie "Wir haben so lange darauf gewartet. Die Freigabe können wir uns doch nicht entgehen lassen", hört man immer wieder. "So ein Tag, so wunderschön wie heute", stimmt passend dazu der Langeneichstädter Drehorgelspieler Klaus Fritzsche auf seinem Leierkasten an. Nach Festreden und Kanonenschüssen sind die Müchelner nicht mehr zu halten. Wer sein Boot zu Wasser gelassen hat, bricht zur Jungfernfahrt auf. Wer Lust hat, einzusteigen, ist willkommen.

Die Familien Nitschke aus Braunsbedra und Kuhn aus Mücheln gehören zu denen, die bei idealer Windstärke zwei bis drei zum ersten Segeltörn aufbrechen. In der Braunsbedraer Segelschule absolvierten die Ehepaare zuvor erfolgreich den Bootsführerschein-Kurs und sind schon im Besitz eigener Boote, ist zu erfahren. Jetzt sollen ihre Schiffe schnell auf den Geiseltalsee umgesetzt werden. "Das war super" und "immer wieder gern" lauten ihre begeisterten Kommentare, als sie wieder an der Marina anlegen.

Der Braunsbedraer Roland Karge ist direkt nach der Nachricht von der bevorstehenden Freigabe noch Freitagabend in die Nähe von Berlin gefahren, um sich ein Boot zu kaufen, berichtet er und dreht kurz darauf glücklich die ersten Runden. Andreas Förtsch aus Oechlitz hat sogar seine Hochzeitsvorbereitungen unterbrochen, um bei diesem einmaligen Ereignis dabei zu sein. Bis zur Trauung am Nachmittag sei alles noch zu schaffen, meint er gelassen. "Dieser Tag wird noch einmal Schwung in unsere Saison 2012 am See bringen und für einen guten Start 2013 sorgen", ist sich Geiseltalsee-Winzer Lars Reifert sicher.

"Wir haben noch Liegeplätze frei. Interessenten melden sich im Hafenkontor", lädt Thomas Weiß ein. Der Geschäftsführer der Marina Mücheln GmbH hat nun zwei Jobs. Ab sofort ist er auch Hafenmeister.