Diese Herren trauten sich ins 16 Grad «warme» Wasser. (FOTO: ANDREAS FÖRTSCH)
"Normalerweise ist es temperaturabhängig, wann wir die Saison beginnen. Da wir es aber so groß angekündigt hatten, wollten wir nun den Termin nicht mehr verschieben", sagte Bademeister Uwe Schmidt und fügte hinzu: "Ich freue mich, dass trotz des ungünstigen Wetters viele Gäste erschienen sind."
Unter ihnen war auch Müchelns Bürgermeister Andreas Marggraf (parteilos), der zur Eröffnung eine kleine Rede hielt. "Ich hoffe auf zahlreiche Gäste und eine unfallfreie Saison", erklärte er und gab den Startschuss zum Baden indem er daran erinnerte, dass die ersten zehn Mutigen, die im Wasser sind, eine Überraschung erwartet.
Und so war es nur eine Frage von Sekunden bis der Erste sein T-Shirt auszog und in das Schwimmbecken sprang. Weitere Nachahmer fanden sich schnell und so waren die zehn ersten tapferen Schwimmer binnen kurzem gefunden und bekamen dafür jeweils eine Zehnerkarte für Besuche im Waldbad geschenkt. Einer dieser Glücklichen und Unerschrockenen war Mario Laudan. "Ich bin überglücklich über die Zehnerkarte, vor allem da ich hier sowieso Stammgast bin", freute sich der Müchelner. "So schlimm war es im Wasser gar nicht, es ist sogar wärmer als draußen", scherzte er und hatte damit vollkommen recht, denn die Wassertemperatur betrug 16 Grad, während das Thermometer an der Luft jedoch nur noch spärliche 13 Grad Celsius anzeigte - Badewannengefühl also.
Doch auch die Besucher, die es nicht ins Wasser zog, hatten ihre Freude bei der Saisoneröffnung. Für gute Laune sorgten unter anderem Klaus Fritzsche aus Langeneichstädt mit seinem Leierkasten und die Mitglieder des örtlichen Karnevalsvereins NKC Mücheln, die die Jüngsten mit Zielwerfen, Torwandschießen und anderen lustigen Spielen unterhielten. Ebenso wie der Müchelner Ortsverband der Linken, der eine Spielstraße aufgebaut hatte und mit einem Glücksrad, Kicker und weiteren Spielmöglichkeiten für viel Spaß bei den Kindern sorgte. Des Weiteren waren Mitglieder der Ortsgruppe Geiseltalsee der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) vor Ort. Sie klärten über das Verhalten am und im Wasser auf und zeigten Erste-Hilfe-Maßnahmen an einer Übungspuppe.
Die Allerersten im kühlen Nass des Waldbadbeckens waren jedoch nicht die mutigen Besucher zur Saisoneröffnung. "Ich bin bereits am Montag eine Runde geschwommen, obwohl es mich wirklich viel Überwindung gekostet hat, denn da hat die Wassertemperatur gerade mal zehn Grad betragen", war von Uwe Schmidt zu erfahren. Der 41-jährige ist nun schon seit 13 Jahren als Bademeister im Waldbad Mücheln tätig und immer noch mit voller Leidenschaft dabei. "Hoffentlich bekommen wir einen sonnigen Sommer, dann steht einer erfolgreichen Saison nichts im Weg", erklärte er. Einen kleinen Wermutstropfen gebe es dennoch, befürchte er doch, dass der Geiseltalsee dem Waldbad in Zukunft, passend metaphorisch, "das Wasser abgraben" werde.