Ein Feuerwehrmann im Einsatz. (SYMBOLFOTO: PUR/PHOTOCASE)
Ein Brand hat am Sonntagabend schwere Schäden in einem Einfamilienhaus in der Obhausener Pestalozzistraße angerichtet. Die Polizei spricht von rund 50 000 Euro.
Eine Pflegerin des benachbarten Wohnheimes für Behinderte hatte gegen 20.40 Uhr Qualm bemerkt, der aus dem Haus drang. Sie alarmierte sofort die Feuerwehr. Gegen 20.43 Uhr ging die Sirene an. "Wenige Minuten später waren wir vor Ort", erzählt Ronny Rebs, der Leiter der Obhausener Feuerwehr. Gerade noch rechtzeitig, um den 14-jährigen Nico aus dem Haus zu holen, der beim Nachhausekommen den Brand entdeckt hatte, und ihn nun löschen wollte. Schließlich ist er Mitglied der Obhausener Jugendfeuerwehr. "Kurz nach uns kam auch Nicos Mutter zum Haus zurück, das sie allein mit ihrem Jungen bewohnt. Die Nachbarn mussten sie festhalten, damit sie nicht ins Haus rennt", so Rebs weiter
Der mutige junge Feuerwehrmann war inzwischen von den Kameraden aus dem Haus geholt worden. Weil der Verdacht einer Rauchgasvergiftung bestand, wurden er und seine unter Schock stehende Mutter in ein Krankenhaus gebracht, während die Kameraden der Wehr sich mit Atemschutzgeräten im Haus um die Brandbekämpfung kümmerten.
Insgesamt waren 40 Feuerwehrleute im Einsatz. Neben denen aus Obhausen waren es noch die Wehren aus Nemsdorf-Göhrendorf, Esperstedt und Querfurt. "Das Feuer ist wohl in der Speisekammer entstanden und hat sich über den Flur im Erdgeschoss des zweistöckigen Hauses ausgebreitet", ist vom Wehrleiter weiter zu erfahren.
Genaueres werden aber die Brandursachenermittler herausfinden, die gleich am Montag früh ihre Arbeit aufgenommen haben. So lange war die Tür versiegelt. Bewohnbar ist das Haus wohl vorläufig nicht mehr, schätzt Ronny Rebs ein. Die Elektroanlage sei weggebrannt, überall habe sich schwarzer Ruß festgesetzt. Dann kam auch noch das Löschwasser dazu.
"Solch eine Tragödie ist immer schlimm. Auch für unsere Dorf-Bewohnerin, die als alleinerziehende Mutter mit ihrem Sohn in dem Haus lebt. Wie ich gehört habe, soll sie ja wohl erst einmal Unterkunft bei Verwandten auswärts gefunden haben, aber wir als Gemeinde bieten ihr natürlich unsere Unterstützung an, wenn sie sie braucht", reagiert Obhausens Bürgermeister Kay-Uwe Böttcher auf den tragischen Brand in seinem Dorf.
Nach ersten Untersuchungen geht die Polizei von einem technischen Defekt aus, sagte am Montagnachmittag der Sprecher des Merseburger Polizeireviers, Jürgen Müller. Der 14-jährige Junge wurde nach MZ-Informationen am Montag noch im Krankenhaus beobachtet. Seine Mutter war ambulant behandelt worden.