Saalekreis: Rot, süß, lecker

02.05.2012 18:15 Uhr | Aktualisiert 02.05.2012 18:37 Uhr
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Patricia

Patricia ist eigentlich mit dem Pflücken der Erdbeeren beschäftigt. Doch das ein oder andere Früchtchen wandert dabei natürlich in ihren Mund. (FOTO: PETER WÖLK)

Von DIANA DÜNSCHEL
Landwirt Ingo Hindorf bietet die ersten Erdbeeren an. Sie sind unter einem Folientunnel gereift, diese Technologie ist weit und breit einzigartig.
MÜCHELN/MZ. 

Sie sind wirklich lecker - und sie kommen nicht von irgendwoher, sondern aus unserer Region. Die Rede ist von den Erdbeeren des Langeneichstädter Landwirts Ingo Hindorf. Sie gibt es ab sofort in seinem Hofladen, in allen Verkaufsstellen, die auch seinen Geiseltaler Spargel anbieten, sowie ab kommende Woche im Obsthof Müller in Querfurt.

Jetzt wird sich der ein oder andere verwundert die Augen reiben. Start der Erdbeer-Ernte? So früh im Jahr? Eine spezielle Technologie, die Ingo Hindorf einst auf einer Messe entdeckte und nun das zweite Jahr einsetzt, macht es möglich. Im Müchelner Ortsteil Stöbnitz wachsen seine Erdbeeren in fünf je 1 000 Quadratmeter großen Folienzelten. Die Pflanzen gedeihen in Dämmen mit Spezialerde, werden vier Mal am Tag gewässert - der Wasserverbrauch liegt bei geschätzten 2 000 Kubikmetern pro Jahr - und täglich über das Wasser gedüngt. Weit und breit gibt es nichts Vergleichbares.

Unter der Folie ist es wärmer als auf dem freien Feld, Schäden durch zu viel Niederschlag oder Trockenheit gibt es nicht: Es wächst also die perfekte Frucht heran, die der Landwirt nun mit einem Vorsprung von drei, vier Wochen gegenüber der normalen Erntezeit in unserer Region an Mann oder Frau bringen kann.

"Aber es stecken dieses Jahr auch geschätzte 1 000 Arbeitsstunden im Projekt. Meine Frau sagt immer, das ist unser drittes Kind", meint der Langeneichstädter mit einem Schmunzeln. Nach dem kalten Winter mit teils minus 20 Grad Celsius, in dem die zweijährigen Pflanzen mit Vlies zugedeckt waren, habe er erst arge Zweifel gehegt, ob sie dieses Jahr überhaupt nochmals Früchte tragen würden.

Außerdem sei jede Menge Handarbeit in den Folientunneln nötig, ist weiter von ihm zu erfahren. Das Entfernen der braunen Blätter, das Laub kehren, das Ziehen der Folie mitten im Winter und im Schnee und jetzt die ständige Pflege - das koste Zeit und Aufwand.

Angesichts der großen, roten und sehr süßen Früchte unter anderem der Sorte "Flair" hat sich die viele Arbeit aber wohl gelohnt. Deshalb will Ingo Hindorf diese Anbauart auch beibehalten. Sie biete einen unschlagbaren Vorteil, meint der Landwirt: "Wir können im Gegensatz zum normalen Feldanbau immer an derselben Stelle bleiben."