Hat jetzt schnelles Internet - Günter Schulz aus Kuckenburg. (FOTO: P. WÖLK)
Ende vergangenen Jahres meldete sich Günter Schulz (57) aus dem kleinen Obhausener Ortsteil Kuckenburg und machte seinem Ärger Luft. Er fand es unfair, dass viele Haushalte ihr schnelles Internet vom Land sozusagen gesponsert bekamen, und er außen vor bleiben muss, weil er zu weit weg und noch dazu in einem Tal lebt. "An Kuckenburg geht die Zukunft scheinbar vorbei," hatte er damals gesagt.
Seit einiger Zeit sind in der Verbandsgemeinde (VG) Weida-Land, zu der Kuckenburg gehört, rund 80 Prozent der Haushalte mit leitungsgebundenem DSL erschlossen. "Wir haben inzwischen noch einmal eine Befragung der Kuckenburger vorgenommen, haben den Bedarf ermittelt und von 50 abgeschickten Fragebögen haben wir 23 zurückbekommen", so Verena Buchheim, die Breitbandbeauftragten der VG. Sechs hatten sich inzwischen selber versorgt, zwölf haben keinen Bedarf. "Ich bin als Selbständiger auf das Internet angewiesen. Und weil bei mir weder Breitbandanschlüsse in der Nähe sind noch LTE, diese neue Funklösung, funktioniert, musste ich Geld investieren, um über Sat-Anlagen ins Internet zu kommen", so Schulz. Und weil er in der Nachbarschaft Interesse geweckt hatte, installierte er eine solche Anlage, die von mehreren Haushalten genutzt werden kann.
Und, das ist für Schulz das Bemerkenswerte, die Gemeinde hat jedem Haushalt, der sich an die Anlage angeschlossen hat, einen Zuschuss von 100 Euro gegeben. "Ich finde das sehr großzügig, denn man hätte das nicht gemusst", so Günter Schulz, der seit 15 Jahren in dem idyllischen Dorf wohnt. "Eine Förderung für zwölf Haushalte würde es nie und nimmer geben. Deshalb ist der Zuschuss der Gemeinde auch in Ordnung", sagt Verena Buchheim.