Saalekreis: Strom und Wärme aus Gülle

11.05.2012 18:33 Uhr | Aktualisiert 11.05.2012 21:17 Uhr
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Tanks

Die Tanks mit Gülle aus dem Rinderstall rollen unaufhörlich in der neuen Biogasanlage an. (FOTO: MARCO JUNGHANS)

Von regina retzlaff
Das Gemeinschaftsprojekt Biogasanlage in Querfurt ist am Freitag offiziell in Betrieb genommen worden. Strom für ein Jahr für 1.000 Haushalte wird hier erzeugt.
querfurt/MZ. 

Großer Bahnhof am Freitag sozusagen mitten auf dem Acker südlich von Querfurt. Dort steht nämlich die neue Anlage der Biogas Querfurt GmbH und die sollte nun höchst offiziell gestartet werden. "Auch wenn wir eigentlich schon seit drei Monaten in Betrieb gegangen sind mit der Anlage, wollen wir es nun noch einmal offiziell machen und damit auch Danke sagen an alle, die von der ersten Idee bis zur Inbetriebnahme an diesem Projekt beteiligt waren", sagte Jörg Kamprad, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Querfurt und der neuen Biogas GmbH.

Als multifunktional und vorbildhaft bezeichnete Landrat Frank Bannert (CDU) das Projekt, das die Wohnungsbaugesellschaft, die Agrargenossenschaft und die Stadt Querfurt seit 2009 vorangetrieben haben. Sie arbeiteten am Zukunftskonzept Wärmeversorgung, das gleichzeitig eine verringerte Abhängigkeit von den Erdgasmärkten und stabile Preise garantiert. Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien - so lautete das Ziel. Und das ist zehn Monate nach Baubeginn unter Leitung des Projektsteuerers, der Tilia Umwelt GmbH aus Leipzig, in die Tat umgesetzt worden.

"Es wurde Nachhaltigkeit mit Wertschöpfung vor Ort verknüpft", sagte Querfurts Bürgermeister Peter Kunert (FDP). "Es werden nicht nur Querfurter Haushalte versorgt. Wir haben auch die Verträge mit dem Klinikum vorbereitet. Jetzt muss nur noch der Aufsichtsrat entscheiden, aber ich bin guter Hoffnung, dass bald auch das Klinikum an das Heizwerk angeschlossen wird und von dort seine Wärme bekommt." Man werde sich nun darum kümmern, weitere Kunden zu erreichen, erklärte Christophe Hub, Geschäftsführer der Tilia GmbH. Von Jörg Kamprad indes war zu erfahren, dass mit dem Bau eines neuen Rinderstalles im vergangenen Jahr alle Voraussetzungen geschaffen wurden, dass der Nachschub für die Anlage nicht ausgeht. "Unsere 500 Kühe liefern pro Tag 50 Kubikmeter Gülle und bis 15 Tonnen Dung. Ein Großteil davon würde auf den Feldern landen, wenn es diese Biogasanlage nicht gäbe. So wird natürlich auch die Landluft in der Region um einiges besser", meinte er schmunzelnd.