Blick auf die Bühne im Lauchstädter Goethe-Theater, auf deren Bretter im Lauf der Jahrzehnte zahlreiche prominente Mimen standen. (ARCHIVFOTO: WÖLK)
Das Theater ist der Ort der großen Gefühle. Auch in den Historischen Kuranlagen und Goethe-Theater Bad Lauchstädt liegen Lachen und Weinen, Freude und Schmerz dicht beieinander. Und während sich am Sonnabend der Vorhang für die romantisch-komische Oper "Martha oder Der Markt zu Richmond" hebt und am Sonntag mit großem Pomp "Figaros Hochzeit" gefeiert wird, grummelt es tüchtig hinter den Kulissen.
Dabei geht es nicht um "Peanuts", sondern tatsächlich um Sein oder Nichtsein. Das Land streicht der ihr allein gehörenden GmbH im kommenden Jahr deutlich mehr als die Hälfte der Zuschüsse. Statt wie bisher 1,4 Millionen Euro bekommt Theater-Chef René Schmidt nur noch 410 000 Euro aus Magdeburg. Die gleiche Summe soll der Landkreis zubuttern - damit, so die Botschaft aus der Landeshauptstadt, ließe sich der Theaterbetrieb in der Goethestadt aufrechterhalten.
Doch statt sich jubelnd als Retter des Kulturerbes feiern zu lassen, meldete der von dem Ansinnen überraschte Saalekreis-Landrat Frank Bannert (CDU) erst einmal Bedenken an. Der Kreis könne nicht einfach so mir nichts, dir nichts 400 000 Euro aus dem Ärmel schütteln, merkte er mit Blick auf den wackligen Kreishaushalt an. Doch die Sache war nun einmal in der Welt, eine Lösung musste gefunden werden. Häufig glühten die Telefondrähte zwischen Merseburg und Magdeburg, René Schmidt und seine Mitarbeiter durchlitten derweil ein Wechselbad der Gefühle. Denn im schlimmsten Fall, das war schon einmal angedeutet worden, drohte die Schließung des Goethe-Theaters.
"Wie hätten wir da dagestanden!", gruselt es Landrat Bannert schon bei der Vorstellung eines derart dramatischen Schlussaktes. "Wir sind grundsätzlich bereit, einen Zuschuss zu geben, aber stufenweise", erklärt er. Diese Position habe er auch bei einem gemeinsamen Gespräch mit Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) und Kulturminister Stephan Dorgerloh (SPD) in dieser Woche vertreten.
Inzwischen sei auch der Kreisausschuss informiert und habe grundsätzlich Zustimmung signalisiert. Damit sei der Weg frei, die Sache in den Kreistag zu bringen. Denn der muss letztlich seinen Segen für die Zuschüsse fürs Theater geben. "Bis September soll Klarheit über die Finanzierung herrschen", verspricht Bannert.
Dem Goethe-Theater sollen wie zugesagt 820 000 Euro jährlich zur Verfügung stehen, der Anteil des Landes dabei stufenweise bis zur Hälfte abgeschmolzen werden. Da sich die Lauchstädter GmbH künftig nicht mehr um die Gebäude kümmern müsse, könne dieser Betrag für das Theater und die Ausstellungen im Schillerhaus verwandt werden. Neuer Eigentümer der denkmalgeschützen Gebäude der Historischen Kuranlagen ist der Landesbetrieb Liegenschafts- und Immobilienmanagement, kurz Limsa genannt. Der nimmt auch den Umbau und die Restaurierung des prächtigen, aber stark baufälligen Kurgebäude in seine Hände. Hier befidnet sich auch der große Kursaal mit den klassizistischen Malereien von Schinkel und der Musikerlaube . Nach MZ-Informationen soll en die Arbeiten Mitte Juli wieder aufgenommen werden.