Die Zukunft des Schullandheims ist ungewiss. (FOTO: PRIVAT)
Die Grünen wollen sich von dem kreiseigenen Schullandheim "Tabakstanne" im Erzgebirge verabschieden. Kreistagsmitglied Andreas Rattunde sowie Andreas Müller, der als berufener Bürger im Kulturausschuss des Kreises sitzt, schlagen einen grundsätzlichen Wechsel der Strategie der Urlaubsförderung für sozial schwache Familien vor.
"Statt eine Million Euro für ein eigenes Ferienobjekt in einem anderen Bundesland auszugeben, sollte man sich auf eigene Potenziale besinnen und diese ausbauen", teilen die beiden grünen Politiker mit.
Kreistag muss entscheiden
Sie schalten sich damit in die Debatte um die Zukunft des Domizils ein, das laut einem Gutachten dringend saniert werden muss. Wegen Brandschutzmängeln hatte Landrat Frank Bannert (CDU) vor wenigen Tagen die Schließung des Haupthauses des Ferienlagers verfügt.
Nun muss demnächst der Kreistag entscheiden, wie es mit dem Schullandheim in Thalheim weitergehen soll. Bannert favorisiert eine Schließung des beliebten Domizils. Doch dagegen wird bereits Kritik von Eltern, Schülern und Erziehern laut.
Rattunde und Müller betonen, dass sie nicht gegen eine Urlaubsmöglichkeit für sozial Schwache seien. Angesichts der nötigen Investitionen stellen sie jedoch den Standtort in Frage. "Wir haben im Saalekreis einige attraktive Gegenden wie Wettin, Ziegelroda oder das Geiseltal."
Auch Angebote von Musik- und Volkshochschule sowie von Freizeitvereinen könnte man integrieren. "So würde das nötige Geld zur baulichen Sanierung der Tabakstanne zum Entwicklungsfond für Tourismusentwicklung im Saalekreis werden", argumentieren sie.
Unterdessen gibt es für die Sommerferien etwa 80 Anmeldungen für Kinder aus dem Kreis, die am Ferienlager "Tabakstanne" in unterschiedlichen Durchgängen und mit unterschiedlicher Anzahl an Übernachtungen teilnehmen wollen. Hinzu kommen laut Franziska Weidner, der Leiterin des Büros des Landrats, vier Übernachtungen eines Sportclubs mit 40 Personen, sieben Übernachtungen eines Sportklubs mit 14 Personen und zehn Übernachtungen einer 27-köpfigen Kindergruppe.
Ausweichquartier in Dübener Heide
Aufgrund der Sperrung des Haupthauses mussten in den vergangenen Tagen zwei Klassenfahrten aus dem Saalekreis storniert werden. "Ihnen wurde aber ein Ausweichquartier in einem Kindererholungszentrum in der Dübener Heide besorgt", so Weidner.
Für andere habe man in der Nähe des Schullandheimes Schlafgelegenheiten besorgt, so dass tagsüber das Programm weiterlaufen könne. Und an acht Tagen, an denen alles ausgebucht sei, sollen zusätzlich Zelte genutzt werden. Die Betroffenen, so Weidner, hätten viel Verständnis gezeigt.