Willi-Sitte-Galerie: Keine bunten Farben in Möhwalds Werken

16.08.2012 19:43 Uhr | Aktualisiert 16.08.2012 21:39 Uhr
Der Maler Otto Möhwald vor einem Bild, das seit Donnerstag in der Sitte-Galerie zu sehen ist. (FOTO: PETER WÖLK) 
Von UNDINE FREYBERG
Grelle Farben sind ihm fremd, der Begriff bunt ist bei seinen Werken völlig deplaziert. Sein Aquarell "Auf der Seite liegender Akt" ist nahezu unsichtbar. Und so zurückhaltend ist Otto Möhwald (79) bei den meisten seiner Werke.
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MERSEBURG/MZ. 

Rund 40 Ölgemälde, Aquarelle und Lithografien aus dem Werk des Hallensers sind seit Donnerstag unter dem Titel "Malerei" in der Merseburger Willi-Sitte-Galerie zu sehen.

Möhwald malt leise aber eindrucksvoll. Seine Bilder zeigen triste, meiste fensterlose Häuserzeilen, Blicke in Straßen, Akte oder unter dem Titel "Interieur" auch Einblicke in sein eigenes Atelier. So wie andere Künstler Landschaften malen, malt er "Stadtschaften". Ein Baum auf einem Bild ist fast schon eine kleine Revolution. Die Frage Was will uns der Künstler damit sagen? erübrigt sich. "Otto Möhwald will keine Geschichten erzählen", sagt Galerie-Chef Dietmar Rother. Während andere Künstler zum Teil krampfhaft nach Titeln für ihre Bilder suchen, ist Möhwald auch hier sehr entspannt. Seine Werke heißen einfach "Großes Gebäude", "Akt" oder "Häuserzeile".

"Jede Ausstellung ist für Otto Möhwald eine Offenbarung", erklärt Rother. "Er sagt nämlich: Jede Ausstellung zeigt doch nur meine Schwächen. Da habe er nicht richtig gearbeitet, oder dort hätte er genauer sein müssen. Er ist sehr selbstkritisch, und ich halte ihn für den beliebtesten Maler der Gegenwart - nicht nur in und um Halle."

Die Ausstellung "Otto Möhwald - Malerei" findet im Rahmen der Ausstellungsreihe "Meisterschüler und Weggefährten" statt und ist die insgesamt 53. Sonderausstellung seit Eröffnung der Willi-Sitte-Galerie im Jahr 2006.

"Es gibt Leute, die vermuten, dass Sitte und Möhwald sich nicht mögen, aber das ist so nicht richtig", erzählt Rother. Als er Möhwald mal darauf angesprochen habe, habe der ihm erzählt, dass sich Sitte zu DDR-Zeiten sogar zweimal dafür eingesetzt hatte, dass er in den Westen fahren durfte. "Freundschaft ist sicherlich etwas anderes", meint Rother. "Aber beide respektieren sich und akzeptieren gegenseitig ihre Kunst."

Die Möhwald-Ausstellung folgt der Schau von Ronald Paris, mit dem Möhwald in den 90er Jahren gemeinsam die Malklasse der Kunsthochschule Burg Giebichenstein geleitet hatte.

Die Ausstellung "Otto Möhwald - Malerei ist bis zum 15. Oktober zu sehen. Öffnungszeiten der Sitte-Galerie: Dienstag bis Donnerstag, 10 bis 18 Uhr; Freitag bis Sonntag , 10 bis 17 Uhr.