"Die geplante Lösung ist nicht nachzuvollziehen", sagte Rettig. Er hatte sich seit Jahren für einen Anschluss von Stempeda an das bestehende Klärwerk in Rottleberode eingesetzt und sich davon weiter sinkende Abwassergebühren versprochen. Nach allen Kostenrechnungen, die er kenne, sei ein Anschluss von Stempeda an die Kläranlage in Rottleberode finanziell die weitaus günstigste Lösung, sagte Rettig. "Es brauchen nur rund 1,2 Kilometer Leitung nach Rottleberode verlegt werden." Ein neues Klärwerk zu bauen, werde dagegen nach seiner Meinung viel teurer.
Nordhausens Stadtsprecher Patrick Grabe hatte dagegen gesagt, im Vorfeld der Entscheidung seien mehrere Varianten, darunter auch ein Anschluss nach Rottleberode, durchgerechnet worden. Auf lange Sicht sei dabei der Bau eines eigenen Klärwerks am kostengünstigsten. Die neue Kläranlage, die ohne Fördermittel errichtet wird, soll samt Kanalisation 885 000 Euro kosten. Rettig sprach von Schönrechnerei und sagte weiter, er glaube nicht, dass bei dem Projekt wirklich alle Posten berücksichtigt worden seien. Er will sich nun direkt an den neuen Nordhäuser Oberbürgermeister Klaus Zeh (ebenfalls CDU) wenden. Ziel ist es, die Stadt doch noch zum Einlenken zu bewegen. Rettig: "Zumindest müssen die einzelnen Gutachten miteinander verglichen werden. Am Ende sollte für die Bürger wirklich die günstigste Variante herauskommen."