Am Haken: ADAC-Luftretter üben den Ernstfall am Hufeisensee

13.06.2012 14:11 Uhr | Aktualisiert 13.06.2012 21:17 Uhr
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ADAC-Übung

ADAC-Helikopter in Aktion (FOTO: MZ)

Von LISA ZUBER
Das sieht man nicht alle Tage, wenn ein Hubschrauber des ADAC so tief über dem Wasser des Hufeisensees schwebt. Auf den Kufen der Maschine steht ein Luftrettungsassistent und wartet auf seinen Einsatz. Denn er ist dafür zuständig, den Piloten zum "Rettungsopfer" im Wasser zu navigieren.
HALLE (SAALE)/MZ. 

"Dabei kommt es vor allem auf die genaue Einweisung des Piloten durch den Rettungsassistenten an", sagt Martin Handschuh, Stationsleiter der Luftrettung in Halle.

Dann wird ein Seil mit Rettungsring herunter gelassen und mit Hilfe des Rettungsassistenten weiter Richtung "Opfer" bugsiert. Der Patient schnallt sich die Schlinge um und wird ans Ufer gezogen. Ihn direkt aus den Wasser in den Hubschrauber zu hieven, ist nur bei Maschinen möglich, die mit Winde ausgestattet und die in der ADAC-Flotte aber noch selten sind. Derartige Übungen werden am Hufeisensee seit 2010 einmal pro Jahr durchgeführt, um die Abläufe zu trainieren. Am Mittwochmorgen war es wieder soweit.

"Die Rettungsassistenten und Piloten müssen das im Schlaf können. Bei einem Notfall bleibt keine Zeit für große Vorbereitungen", sagt Helmut Büschke, Repräsentant des ADAC. Eine Schwierigkeit besteht zunächst darin, dass die Piloten den Patienten nur bis auf 30, 40 Meter Entfernung sehen können, bevor er aus dem Blickfeld verschwindet. Danach sind die Piloten auf den Rettungsassistenten angewiesen.

Der Schwerpunkt der Übung liegt also darin, den Rettungsassistenten die präzise Kommunikation mit dem Piloten nahezubringen. "Ein Einsatz dauert zehn bis 15 Minuten und das Wichtigste ist es, den Patienten so schnell wie möglich ans Ufer zu bringen", so Hendrik Büschke.

Pilot Stefan Brade fliegt nunmehr seit 22 Jahren und überwacht die jährliche Übung. "Es ist sehr wichtig, danach noch einmal über die Übung zu sprechen, um Fehler zu ermitteln und dann vermeiden zu können." Der 42-Jährige hat mittlerweile 3 800 Flugstunden absolviert und ist damit ein routinierter Flugzeugführer.

Ein wichtiger Bestandteil der Übung sind natürlich auch die "Opfer". Die mimen in diesem Fall die ehrenamtlichen Taucher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), darunter der 18-jährige Fabian Trautmann. "Es ist schon ein anderes Gefühl, wenn die ganze Kraft des Hubschraubers direkt auf einen übertragen wird und man dann Richtung Ufer gezogen wird", berichtet Trautmann.

In der Region um Halle und Leipzig werden vom ADAC im Jahr bis zu 2 000 Rettungseinsätze geflogen, im Jahr 2012 waren es sogar 2 220. Dazu zählen Notfälle, aber auch Krankenhausverlegungen. Wassereinsätze sind dagegen eher selten. Sie kommen nur ein- bis dreimal im Jahr vor. Laut Handschuh kosten diese etwa 2 500 Euro und werden von den Krankenkassen übernommen.