Anhalt-Bitterfeld: Aller Guten Dinge sind zwei

06.05.2012 18:19 Uhr | Aktualisiert 06.05.2012 19:38 Uhr
Drucken per Mail
Ein Arbeitseinsatz

Im Einsatz für den Erhalt des Stadtbades: Zörbiger beim Streichen. (FOTO: MZ)

Von Kathleen Bendick
Elf Mann waren gekommen, um am Samstagvormittag die Rollen zu schwingen und den Winterblessuren des Zörbiger Stadtbades den Kampf anzusagen.
Zörbig/MZ. 

Es hat getropft in Zörbig. Erst die Farbe, dann der Schweiß, dann der Regen.

Elf Mann waren gekommen, um am Samstagvormittag die Rollen zu schwingen und den Winterblessuren des Zörbiger Stadtbades den Kampf anzusagen. 300 Liter blaue Schwimmbad-Farbe hat Rettungsschwimmer Tobias Whrel besorgt, die von den fleißigen Helfern erst an den Säulen, dann an den Außenwänden und schließlich auf dem Beckenboden verteilt wurde. Unter ihnen auch Rolf Sonnenberger. "Ich habe mich eigentlich jedes Jahr beteiligt, meist eher organisatorisch. In diesem Jahr hab ich diesen Part Ronny Schneider überlassen", sagte der mitanpackende Bürgermeister, während ihm der Schweiß über die Stirn rann. Zudem solle alles rechtzeitig fertig sein, damit am

1. Juni das Stadtbad wieder mit einem großartigen Kinderfest eröffnet werden könne. Ebenfalls sei die körperliche Betätigung ein guter Ausgleich zum Büroalltag.

Schneider, Stadtratsmitglied und Leiter der Abteilung Basketball des Sportvereins, hatte die Situation gut im Griff. "Nur ein paar Mann mehr hätten wir schon sein können", sagte Schneider. Obwohl er auch im Internet über das soziale Netzwerk Facebook Einladungen versandt hat, waren nicht alle gekommen, die dort zugesagt hatten. "Es ist schon schade", so Schneider.

Aber zwei treue Seelen kamen verlässlich wie in den Jahren zuvor: "Die beiden Mädels dort drüben helfen uns jedes Jahr", sagte Schneider. Gemeint waren Anne-Katrin Krüger und Stefanie Schmidt. Die beiden 22-Jährigen beteiligen sich bereits seit sechs Jahren beim Stadtbadstreichen. "Wir gehen hier immer gern schwimmen im Sommer", begründen sie ihr Engagement. Und Spaß mache es noch dazu. Deswegen helfen sie. Dabei tragen sie jedes Jahr dieselbe Kleidung, die sie schon beim ersten Mal anhatten.

Anne-Katrin kommt für das Streichen sogar aus Dresden angereist. Inzwischen studiert sie dort, aber das Wochenende gehöre der Heimat in Zörbig. Auch die Freundinnen fanden: "Es hätten ruhig ein paar Mann mehr sein können, die helfen." Und so blieben ein paar Quadratmeter, die sie am Samstag nicht geschafft hatten, als pünktlich um 13 Uhr der Regen in Zörbig einsetzte. "Normalerweise wären wir sonst fertig geworden", so Schneider. Doch erklärten sich noch einmal sechs Mann bereit, am Sonntag weiterzumachen. Ab 14 Uhr wurden erneut die Rollen geschwungen. In der kommenden Woche erfolgt ein weiterer Arbeitseinsatz am Rettungsschwimmerhäuschen.

"Auch wenn das Becken jetzt wieder sehr schön aussieht", grübelte Schneider, "braucht es über kurz oder lang doch eine komplette Instandsetzung." Doch die Stadtkassen sind leer. Deshalb hat der Unternehmer Sven Notz im Internet eine Web-Seite für das Stadtbad eröffnet. Außerdem gründete er eine sogenannte Fan-Seite bei Facebook. "Es sind viele Ideen entstanden, wie wir noch Gelder akquirieren können", sagte Notz. Zum Beispiel könne ein Förderverein entstehen oder Unternehmen könnten als Sponsor auftreten. "Wichtig ist, dass es weiter geht", ergänzte Schneider. Der Stadtrat hatte erst die Gebühren angehoben. Erwachsene zahlen ab Juni statt zwei Euro nun 3,50 Euro. Für Kinder kostet der Eintritt statt einem Euro nun zwei Euro. "Vielleicht gibt es eine Möglichkeit, die Preise wieder zu senken", so Schneider.

Weitere Informationen zur Entwicklung zum Stadtbad finden Sie im Internet und in der Facebook-Gruppe StadtbadZoerbig .