Armin Schenk, Birgit Voigt und Uwe Schulze in der Baumschule. (FOTO: M. MAUL)
Landrat Uwe Schulze (CDU) lacht. "Das würde ich beides sehr gern mal ausprobieren." Dass es in einer Baumschule auch solche interessanten Pflanzen gebe, wisse bestimmt nicht jeder, so der Landrat.
Im Rahmen seiner Firmenbesuche hatte er diesmal gemeinsam mit Angela Herzog von der Mittelstandsvereinigung der CDU und Wirtschaftsförderer Armin Schenk Station in der Bauschule Voigt in Priorau gemacht. Es sei schon beeindruckend, was die Eheleute in über 20 Jahren aus dem kleinen Betrieb gemacht hätten, blickt Schulze zurück. Jetzt habe man im Landkreis eine Baumschule, die ihresgleichen sucht.
Dass das nicht immer so war und auch ist, erklären die beiden Voigts den Gästen anhand von mehreren Beispielen. Manchmal gebe es bei Ausschreibungen Dinge, die man nicht nachvollziehen könne, meint Birgit Voigt dazu. Da werde zum Beispiel einem Anbieter der Zuschlag erteilt, der zwar zehn Euro billiger sei, dafür aber hunderte Kilometer weiter weg seinen Firmensitz habe. Schon allein wegen der Gewährleistung oder ähnlicher Dinge könnte sie solche Verfahrensweisen nicht nachvollziehen. Und wenn man dann noch als telefonische Auskunft von einem Amt die Information erhalte "Wir kennen sie nicht", oder "können sie das überhaupt?", dann entbehre das jeder Grundlage, bringen die Eheleute ihr Unverständnis zum Ausdruck. Und diese Praxis sei in Sachsen-Anhalt sehr verbreitet, wissen die Voigts auch aus anderen Begebenheiten und von Messen, die sie regelmäßig besuchen.
Für Schulze und Schenk sind das Verfahrensweisen, die nicht akzeptabel sind. "Wir werden versuchen, dem entgegenzuwirken", meint Schenk. Ihm schwebe vor, zum Beispiel eine Art Baumseminar zu veranstalten, zu dem nicht nur Garten- und Landschaftsbetriebe eingeladen würden, sondern auch die Verantwortlichen aus dem Ämtern. Das schaffe Vertrauen und verbessere gleichzeitig das gegenseitige Verstehen, ist sich Schenk sicher.
"Wir wollen unseren Kunden Qualität liefern", beschreibt Claus Voigt das Engagement seiner gesamten Firma. Dabei sei es wichtig, Gehölze oder andere Pflanzen anzubieten, die in unserer Region auch Bestand hätten, meint er. Alles werde selbst gezogen, gepflegt und dann verkauft.
Das beste Beispiel konnten sich die Gäste in der "Kinderstube der Linde", wie Claus Voigt die Gewächshäuser bezeichnet, ansehen. "Und die Kunden können immer schnell mal vorbeikommen und ihre Fragen loswerden", ergänzt Ehefrau Birgit. Das sei bei Anbietern aus anderen Gebieten immer problematisch. Die Geiz-ist-Geil-Mentalität sei Gott sei Dank vorbei, freuen sich die beiden Geschäftsleute. Die Kunden würden wieder mehr Wert auf Qualität legen. Und das man Qualität liefere beweise auch die Benennung als Zertifizierte Baumschule.
Doch nicht nur auf Bäume haben sich die Voigts spezialisiert. Mittlerweile bekommt man in Priorau auch Pflanzen, Blumen sowie Kräuter aller Art. Dieses Angebot haben die Eheleute in einem großen Gewächshaus platziert, in dem als Dekoration auch viele bei der Flut angeschwemmte Materialien verwendet wurden.