Gerhard Dietz erinnert sich noch an Zeiten, als das Wasser ablief und die Rohre freigehalten wurden. (FOTO: ANDRé KEHRER)
Da zu DDR-Zeiten jeder Grundbesitzer selbst für das Legen von Ablaufrohren zuständig war, seien diese nicht ausnivelliert. Zudem kümmere sich heute niemand um die Freihaltung der Gräben, klagt Dietz. "Das Wasser kann gar nicht fließen. Wenn dazu noch nur oberflächlich das Grün abgeschnitten wird, ist es nur eine Frage der Zeit, bis alles wieder dicht ist."
Regelmäßig streife er nun selbst über die Wiesen und befreie verstopfte Rohre vom Unrat. "Einige lachen schon über mich", sagt er. Angesehen habe sich die Situation allerdings niemand von der Stadtverwaltung. Dabei ist die Vernässungsproblematik bekannt. In Löberitz pumpen Hausbesitzer vorn verzweifelt Wasser aus dem Keller, während es hinten wieder einläuft. "Eine langfristige Lösung muss her", appellierte auch Dirk Lange, der jüngst als Kandidat zur Bürgermeisterwahl antrat.
Und die soll nun nicht mehr lange auf sich warten lassen. Allerdings muss Gerhard Dietz wohl weiterhin auf eine Lösung für Salzfurt warten. Ein Konzept hat die Stadt zunächst erst einmal erarbeitet, um die Vernässung in Löberitz und am Sportplatz in Zörbig in den Griff zu kriegen. 182 000 Euro soll das Gesamtprojekt kosten. Viel Geld, das in den Stadtkassen fehlt. Deshalb wurde ein Fördermittelantrag gestellt (die MZ berichtete).
Am Montag, 7. Mai, findet nun die Begehung mit Mitarbeitern des Landkreises statt. Brigitte Take, Vorsitzende des entsprechenden Ausschusses des Landes, wird sich gemeinsam mit Bürgermeister Rolf Sonnenberger ab 15 Uhr die Situation in Zörbig und Löberitz ansehen. In diesem Fall scheint das schlechte Wetter nicht ungelegen.
Auf Grund des angekündigten Regens am Wochenende werden sich Take auch entsprechende Bilder präsentieren. Auch in Salzfurt wird das Wasser auf den Wiesen mit dem Regen wieder steigen - zum Ärger von Dietz. Doch bis ein Konzept für Salzfurt erarbeitet und umgesetzt ist, muss er weiterhin warten. Ein Auftakt ist gemacht. Zunächst sollen Fördermittel für die Konzepterarbeitung beim Landkreis beantragt werden, wie es auf der jüngsten Stadtratssitzung hieß.