Statt fünf Regionalstellen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Sachsen-Anhalt (Paritätischer) gibt jetzt nur noch vier. Für den Landkreis Anhalt-Bitterfeld ist die Regionalstelle Mitte / Ost zuständig. Zur ihr gehören außerdem die Kreisgruppen Salzlandkreis, Dessau-Roßlau und Wittenberg. Darüber informierte die Leiterin der Regionalstelle, Petra Nickel, in einem Gespräch mit der MZ.
Mittlerweile wurde auch der Sitz der Regionalstelle von Dessau nach Köthen in die Dr. Krause-Straße 58 verlegt. "Wir haben einen zentralen Standort in unserem Zuständigkeitsgebiet gesucht", begründet Nickel den Umzug. Zusammen mit Renate Enkelmann und Iris Marszalek betreut Nickel die rund 70 selbstständigen Mitgliedsorganisationen in den einzelnen Landkreisen. Zu erreichen sind die Mitarbeiter in Köthen werktags von 8 bis 16 Uhr.
Die Mitgliedsorganisationen im Paritätischen sind im Bereich der Behindertenhilfe, der Alten- und Krankenpflege sowie der Kinder-- und Jugendhilfe tätig. Zu den Mitgliedsorganisationen im Altkreis Köthen gehören zum Beispiel die Lebenshilfe gemeinnützige GmbH Köthen, der Behindertenverband, der Betreuungsverein Köthen, die Volkssolidarität, die Werkstatt für Bildung und Begegnung in Osternienburg und die BVIK gGmbH.
Darüber hinaus gibt es auch Beratungsstellen, so unter anderen den Verein für Straffälligen- und Gefährdetenhilfe, die dem Paritätischen angehören. Für zahlreiche Selbsthilfegruppen unterhält der Paritätische Wohlfahrtsverband Kontaktstellen. Ansprechpartner der Selbsthilfekontaktstelle in Anhalt-Bitterfeld ist Iris Marszalek. Sie führt auch die Gruppensprecher-Treffen durch. In Köthen und Umgebung gehören die Frauenselbsthilfe nach Krebs und nach Brustkrebs sowie der Blinden- und Sehschwachenverband dem Paritätischen an. In ganz Anhalt-Bitterfeld werden etwa 33 Selbsthilfegruppen vom Paritätischen Wohlfahrtsverband betreut. Hilfe zur Selbsthilfe gibt es dort unter anderem für Drogen- und Suchtabhängige, für Menschen, die an Osteoporose erkrankt sind, für pflegende Angehörige, für psychisch Kranke, für Schlaganfallpatienten oder Menschen, die an Asthma oder Tinnitus leiden.
Der Paritätische Wohlfahrtsverband hilft aber auch bei der Gestaltung der sozialen Infrastruktur in den Landkreisen und kreisfreien Städten mit.
"Ein zentrales Thema, an dem wir derzeit mitarbeiten, ist die Beseitigung des Fachkräftemangels", sagt Petra Nickel. Auch bei der Umsetzung des Bundesfreiwilligendienstes engagiert sich der Wohlfahrtsverband.
Er kümmert sich außerdem um Themen wie Gesundheitsförderung, die langfristige Sicherstellung der Versorgung von demenzkranken Menschen, um Bildung als Schlüssel zur Chancengleichheit oder die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung.
Bundesweit hat der Paritätische zum Beispiel am Bericht zur regionalen Armutsentwicklung mitgewirkt.
Im Landkreis Anhalt-Bittefeld hat Petra Nickel 2009 die Armutskonferenz mit vorbereitet und ist seither auch in der Arbeitsgruppe zur Erarbeitung der Handlungsempfehlungen zur Minderung von Armut tätig.