Die Modelle präsentieren sich nach der 60-minütigen Schminkprozedur dem Publikum und der Jury. (FOTO: ANDRÉ KEHRER)
Seit nunmehr acht Jahren wird der Goitzsche Beauty Cup ausgetragen, bei dem am Vormittag angehende Kosmetikerinnen ihre Künste unter Beweis stellen und am Nachmittag angehende Friseurinnen ihre Talente präsentieren. Mittlerweile gehört er zum festen Programm am Vortag des Goitzsche-Marathons.
In diesem Jahr stand der Wettbewerb, der vor acht Jahren noch in einem kleinen Klassenzimmer ausgetragen wurde und heute zum Publikumsmagneten im Festzelt vor der Bernstein-Villa geworden ist, unter dem Motto "Die vier Jahreszeiten".
Für blaue und weiße Farben hat sich deshalb Sandra Rudolph entschieden. Diese erinnerten an den Winter. "Ich habe viel geübt", verrät die 23-Jährige. Im letzten Vierteljahr vor der Prüfung habe sie ihr Modell Maria Manke sogar einmal wöchentlich geschminkt. "Mir gefällt es aber sehr, geschminkt zu werden", sagt Manke. Auch die vielen Blicke, die während des Schminkprozesses von etlichen Zuschauern an ihr haften bleiben, stören sie nicht. Gern unterstütze sie ihre Freundin und genieße so ganz nebenbei, wie aus ihr ein Kunstwerk gezaubert werde. "Manches Mal hat sie es sogar auf der Straße getragen", ergänzt Rudolph lachende.
Auch Modell Juliane Großmann hat sich in den vergangenen drei Monaten für ihre Freundin Julia Brümer mehrmals in der Woche zur Verfügung gestellt. Entstanden ist ein Make-Up, das den Herbst verdeutlich. "Blätterzauber heißt es", sagt Brümer. Nachdem erst geübt wurde, wie das Make-Up aussehen könnte, ging es in der späteren Übungsphase vor allem um die Sauberkeit der Linie und Farben.
Schließlich nehme es die dreiköpfige Jury sehr genau. Friseurmeister Michael Mertens aus Magdeburg, Rica Mergner-Lehman von der Handwerkskammer Halle und Dana Schumann vom Wella-Team aus Leipzig haben sich die Arbeiten angesehen und nach festen Kriterien wie Kreativität, Sauberkeit, Technik und Gesamteindruck bewertet.
Vor allem das letzte Kriterium fordert den Modellen bei einer Außentemperatur von um die zehn Grad Celsius einiges ab. Das Kleid, das Manke trägt, ähnelt einem Brautkleid - nicht sonderlich warm. Im Vergleich zu den anderen Modellen hat sie allerdings noch viel an. Großmanns Kleid ist noch knapper geschnitten, dabei trägt sie ebenfalls eine Menge mehr im Vergleich zu einigen, die sich im Bikini der Jury präsentieren. Für den Gesamteindruck müsse das sein. "Wir haben das Kleid extra von Freunden geliehen, verrät Manke. Obwohl der Wettbewerb die angehenden Kosmetikerinnen nicht zu Stars mache, "ist es wichtig für ihre berufliche Motivation", sagt Carmen Bau, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft, die den Wettbewerb mitorganisiert.
"Wir können dem Publikum zeigen, was unsere jungen Azubis bereits können, und die Mädchen können auch ihren Horizont im Austausch mit anderen erweitern", so Bau weiter. Deshalb erhielten auch alle Teilnehmerinnen ein Zertifikat, das erinnern soll an die vollbrachte Leistung. Zudem sponserten große Kosmetik- und Friseurbedarfhersteller Handwerkszeug. "Da gibt es zum Beispiel Scheren oder Glätteisen oder andere Produkte, die wirklich teuer sind und die Mädchen gut im Alltag gebrauchen können", erläutert Bau.
Begeistert sei sie darüber, dass sich der Wettbewerb wachsender Beliebtheit erfreue, nachdem der Austragungsort vom Klassenzimmer den Weg in das Zelt an der Goitzsche gefunden hat. "Uns war es auch wichtig, dass wir in die Öffentlichkeit gehen können." Hier werde Großartiges geleistet. "Das müssen wir zeigen", so Bau weiter.
Dazu wurde auch ein Rahmenprogramm mit Augenbrauenzupfen, Kinderschminken, Tanzvorführungen, Würstchenessen, Kuchenbasar und vielem mehr geboten.