Der Heraldiker Jörg Mantzsch hatte zuvor angeboten, das Wappen und Flagge kostenlos für die Kommune zu entwerfen und durch die Genehmigungsplanung zu führen. Beides sollte Thema der Juni-Stadtratssitzung sein und beschlossen werden. Mantzsch hatte seine Entwürfe in dreifacher Ausfertigung im Ausschuss präsentiert und zeigt sich nun "tief enttäuscht": "Dass ein solches Gremium eine großzügige Geste mit haltlosen Argumenten zurückweist, verstehe ich nicht. Das ist mir noch nie passiert. Andere würden sich über so ein Angebot freuen." Dennoch: Seine Tür stehe offen, falls zu einem späteren Zeitpunkt ein Wappen erwünscht ist. Einen Beschlussvorschlag im Stadtrat wird es nun nicht geben, so Bürgermeister Eberhard Berger (CDU): "Momentan liegt das Projekt auf Eis, aber wir sollten im Herbst noch einmal darüber sprechen. Man muss es langsam angehen lassen."
Zu schnell ging es beispielsweise dem Ortschaftsrat in Thurland. "Es ist noch zu früh, um über ein gemeinsames Wappen zu sprechen. Wir haben jetzt noch keine gemeinsame Geschichte und kein Leitbild, wohin wir uns entwickeln wollen", so Ortsbürgermeisterin Dagmar Peschek. "Es ist eine neue Stadt entstanden, die Traditionen werden weiter gepflegt. Deshalb sollten alte, aber auch neue Elemente eine Rolle spielen. Da muss man breiter diskutieren, die Leute mit einbeziehen." Auch in Retzau hat sich der Ortschaftsrat gegen das Wappen ausgesprochen. "Wir brauchen es nicht, weil jede Ortschaft ihr eigenes hat", so Ortsbürgermeister Friedhard Kolch. "Außerdem haben wir momentan andere Probleme. Wir müssen erst einmal eine gemeinsame Stadt werden." Der Ortschaftsrat in Marke enthielt sich der Stimme, in Jeßnitz wird das Thema noch im Rat diskutiert. "Die Frage ist, ob wir jetzt schon ein Wappen brauchen", sagt Helmut Ernst, Ortsbürgermeister von Jeßnitz. "Und man müsste sich nochmal mehr über den Entwurf abstimmen."