Aschersleben: Maschine geht in Flammen auf

10.06.2012 09:42 Uhr | Aktualisiert 28.02.2013 16:24 Uhr
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Großbrand in einer Produktionshalle

Großbrand in einer Produktionshalle in Aschersleben. (FOTO: FRANK GEHRMANN)

Von Susanne Thon
Ein Maschinenbrand hat in einem Teil einer Produktionshalle in der Dr.-Wilhelm-Feit-Straße in Aschersleben für erheblichen Schaden gesorgt.
Aschersleben/MZ. 

Es riecht verbrannt, dicker Rauch drückt aus der Halle in der Dr.-Wilhelm-Feit-Straße. Unter Atemschutz durchkämmen die Feuerwehrmänner - die Hand nicht vor Augen sehend - die große Produktionsstätte für Druckgussteile auf der Suche nach dem Brandherd, einer Fräsmaschine, wie sich herausstellen wird.

Ein technischer Defekt soll ersten Ermittlungsergebnissen zufolge ursächlich sein, dass die Anlage in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag Feuer fing und es im Dachstuhl, auf den die Flammen übergriffen haben, zu einem Schwelbrand kam. Verletzt wurde niemand. Der Sachschaden ist jedoch immens - auf etwa 500 000 Euro beziffern ihn die Einsatzkräfte und Christoph Remitschka, Inhaber des gleichnamigen Unternehmens für Modell- und Formenbau.

Er war gerade erst aus dem Urlaub gekommen, als die Meldeanlage Alarm in seiner seit 1991 bestehenden Firma auslöste. "Ich bin sofort hin - zwei Minuten hat's gedauert", sagte er. Kontrollieren, was los ist - Einbruch oder Feuer. Die auf seinem Handy eingegangene Meldung könne beides bedeuten. Er verständigte zunächst die Polizei. "Dann habe ich ein Knacken gehört, Rauch und Feuer gesehen", schilderte Remitschka. Die Feuerwehr musste ran.

Mit 30 Kameraden, zwei Tanklösch- und Löschgruppenfahrzeugen, der Drehleiter und dem Einsatzleitwagen rückten die Wehren aus Aschersleben und Mehringen an. Noch rechtzeitig. "Wenn die später gekommen wären, dann hätte ich zugucken können, wie alles kontrolliert abbrennt", vermutet der Firmenchef. Auch wenn die neue Fräsmaschine zerstört und ein Teil des Objekts stark beschädigt wurde, gelang es den im Einsatz befindlichen Kräften zu verhindern, dass die gesamte Halle den Flammen zum Opfer fiel. "Wir haben mit Wärmebildkameras gearbeitet und mehrere Brandnester abgelöscht", erklärte Ascherslebens Wehrleiter Christoph Voigt. Mit CO2-Löschern - wegen der elektronischen Anlagen. Kohlenstoffdioxid lösche nämlich rückstandslos und besonders effektiv in geschlossenen Räumen. Trotzdem zog sich der Einsatz über Stunden hin. Erst kurz nach drei Uhr konnte er für beendet erklärt werden.

Die Polizei übernahm. Bei einem derartigen Schaden müsse ausgeschlossen werden, dass jemand nachgeholfen hat. Nach ersten Erkenntnissen der Brandursachenermittler deutet aber alles auf ein technisches Problem hin: "Möglicherweise führte ein Kurzschluss in der elektrischen Anlage dazu, dass die Maschine in Brand geriet", teilte Andreas von Koß, Pressesprecher in der Polizeidirektion Nord, mit.

Für Remitschka, der knapp 40 Angestellte beschäftigt, ist das Schlimmste längst nicht überstanden. Die Halle muss wieder in Schuss gebracht werden. "Ein paar Tage wird es dauern, bis wir überhaupt wieder produzieren können." Durch den Verlust der Maschine allerdings mit erheblichen Einschränkungen. "So eine Fräse bekommt man nicht von heute auf morgen und eh alles geklärt ist - finanziell und mit der Versicherung - werden sicher einige Monate ins Land gehen", vermutet er.