Aschersleben: Orchester ist verstimmt

25.06.2012 20:01 Uhr | Aktualisiert 25.06.2012 20:07 Uhr
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Klassik im Park

Klassik im Park: Angekündigt... und abgesagt. (FOTO: FRANK GEHRMANN)

Von Susanne THon
Die Musiker der Kammerphilharmonie Ascania fühlen sich seit geraumer Zeit wie das fünfte Rad am Wagen und bangen allmählich um ihre Daseinsberechtigung als musikalischer Botschafter der Stadt. "Auftritte werden in Aschersleben immer seltener", bemängelt Susanne Hofmann, Vorstand des Orchesters.
Aschersleben/MZ. 

Seit Gründung der Aschersleber Kulturanstalt (AKA) "findet kaum noch eine musikalische Aktivität des Ensembles statt" - weder in Aschersleben noch irgendwo anders, sagt sie. Dass das für den 8. Juli im Bestehornpark anberaumte Konzert ausfällt, bringt das Fass - aus Sicht der Musiker - zum Überlaufen. Deshalb haben sie nun einen offenen Brief verfasst, in dem sie ihrem Publikum das gegenwärtige Problem schildern und in dem Zuge auch heftige Kritik an der AKA üben, die die Veranstaltung "Klassik im Park" in der vorletzten Woche "aus organisatorischen Gründen" abgesagt hat. Ohne, dass ein Kartenvorverkauf stattgefunden hätte und das Konzert im Vorfeld großartig beworben worden wäre, ärgert sich Hofmann. Für sie und ihre Musikerkollegen sei eine solch verhältnismäßig kurzfristige Absage mehr als ärgerlich, finden doch "schon Monate vor dem Auftritt erste Absprachen statt", zudem müssen Proben koordiniert und andere Engagements auf den Termin abgestimmt werden.

"Ich bin etwas enttäuscht", sagt Beate Kramer, Leiterin der Aschersleber Kulturanstalt, konfrontiert mit den Aussagen des Orchesters, denn "wir haben im Einvernehmen mit der Kammerphilharmonie beschlossen, dass das Konzert nicht stattfindet." Und AKA-Pressesprecherin Anne-Kristin Schütze schiebt hinterher weshalb: "Der Vorverkauf ist nicht gelaufen, die Nachfrage war nicht da." Weil die von der Kammerphilharmonie angeforderte inhaltliche Zuarbeit ausgeblieben sei, habe man im Vorfeld des Konzerts zwar keine große Pressemitteilung verschickt, es aber "ganz normal im Informationsblatt, auf einem großen Banner an der Herrenbreite und im Kundenmagazin der Stadtwerke beworben". Karten gab es. Aber die Zahl der verkauften Tickets war minimal. "Wir mussten einfach die Notbremse ziehen", sagt Kramer, die die Zusammenarbeit zwischen Kammerphilharmonie und AKA bislang nicht als problematisch empfunden hat. "Es gibt einen Vertrag mit der Kammerphilharmonie", erklärt sie. Darin seien drei große Konzerte verankert - das Neujahrs- und Adventskonzert als feste Größen und in diesem Jahr zum zweiten Mal die Show "Klassik trifft Pferd" im Rahmen des im August stattfindenden Ascania-Pferdefestivals. "Was darüber hinausgeht, muss finanziert werden - und das ist in dem Fall nicht drin." Und "Klassik im Park" wäre so ein Zusatzkonzert gewesen.