Riesiges Besucherinteresse herrschte am Freitag bei der offiziellen Eröffnung der Grafikausstellung von Neo Rauch im Bestehornpark Aschersleben. (FOTO: SUSANNE THON)
Damit etabliert sich hier ein Kunstmuseum von tatsächlich internationalem Rang. Mehrere hundert Gäste hatten sich anlässlich der Eröffnung eingefunden. So viele, dass sie in den eigentlichen Ausstellungsräumen keinen Platz fanden und die unvermeidlichen Reden im Obergeschoss des Riegels gehalten wurden.
Auf rund 350 Quadratmetern Ausstellungsfläche werden derzeit 29 grafische Werke des Künstlers gezeigt, eingerahmt - und das war am Eröffnungstag eine ganz besondere Überraschung - von zwei großformatigen Gemälden des in Aschersleben aufgewachsenen und jetzt in Leipzig wohnenden und arbeitenden international renommierten Malers und Grafikers Neo Rauch.
Auf die Besonderheit der Grafikstiftung und ihrer künftig ständigen Ausstellung machte der Autor und Filmemacher Rudij Bergmann, der auch Mitglied des Stiftungskuratoriums und enger Vetrauter des Künstlers ist, aufmerksam: "Aschersleben ist der einzige Ort in der Welt, an dem alle Neo-Rauch-Grafiken versammelt sind. Die, die bisher entstanden sind und die, die in den nächsten Jahren noch entstehen werden."
Die seit Freitag ausgestellten Werke sind nicht alle, die Rauch bisher geschaffen hat. Knapp die Hälfte. Konkret handelt es sich um bisher genau 65 Grafiken. Das Konzept der Ausstellung sieht vor, dass die Expositionen regelmäßig wechseln und so alle Werke der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Warum gerade in Aschersleben? "Hier hat es einen tieferen Sinn. Hier bin ich aufgewachsen. In jedem anderen Ort der Welt wäre ein Grafik-Kunstmuseum mit dem Namen Neo Rauch wahrscheinlich mit einem Anflug von Größenwahn verbunden", gab sich der Künstler bescheiden und wollte damit zum Ausdruck bringen, dass er selbst sein bisheriges grafisches Schaffen - im Vergleich mit der Malerei - als eher weniger bedeutend betrachtet habe.
Dem widersprach allerdings Rudij Bergmann, der sagte: "Neo Rauchs grafisches Werk , und inzwischen auch das bildhauerische, muss sich hinter seinen Gemälden nicht verstecken. "
Und der Berliner Galerist und Mitbegründer der Stiftung, Gerd Harry Lübke ergänzte: "Das ist national und international ein Museum für Neo-Rauch-Fans, aber auch für alle Ascherslebener und ein Glücksfall für diese Stadt."