Baustellen in Halle: Alle Navis ausschalten!

11.05.2012 12:46 Uhr | Aktualisiert 12.05.2012 09:05 Uhr
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Baustelle

Auch am Knotenpunkt Reideburger Straße/Grenzstraße wird ab Montag gebaut. (ARCHIVFOTO: LUKASCHEK)

Von MICHAEL FALGOWSKI
Die Anwohner und Autofahrer in Halle-Ost benötigen auch weiterhin gute Nerven. Ab Montag (14. Mai) werden im Kreuzungsbereich Reideburger Straße/Grenzstraße umfangreiche Tief- und Straßenbauarbeiten durchgeführt.
Halle (Saale)/MZ. 

Nie waren Navigationsgeräte im Auto so sinnlos, nie Hinweisschilder wichtiger als ab Montag in Halle-Ost: Um 7 Uhr wird wegen weiterer Kanalbauarbeiten die Kreuzung Reideburger Straße und Grenzstraße gleich in drei Richtungen gesperrt. Lediglich aus Richtung Osten kann dann noch über die Kreuzung in die südliche Grenzstraße zur Delitzscher gefahren werden. "An der Kreuzung wird es eine Dreiviertelsperrung geben", nennt Verkehrsplaner Gerd Vater das.

Dreiviertelsperrung! Das verdeutlicht sehr gut die komplizierte Verkehrslage, die noch bis zum 14. Juli für Staus und Umwege im Gewerbe- und Wohngebiet Ost sorgen dürfte. Denn die Sperrung der zentralen Kreuzung hat enorme Auswirkungen. "Ich will nicht sagen, dass man besser zu Fuß gehen sollte … Aber wer beispielsweise in der Delitzscher Straße wohnt und zum Berufsbildungswerk in der südlichen Grenzstraße will, sollte das tun." Statt der wenigen Hundert Meter Fußweg muss man im Auto über die Delitzscher Straße, Freiimfelder Straße zur Berliner Brücke, Fritz-Hoffmann-Straße, Otto-Stomps-Straße und Reideburger fahren - rund fünf Kilometer.

Auch sämtliche Wegweiser zum Landesumweltschutzamt im Viertel werden abgeklebt. Denn die Behörde ist nur über die oben bereits beschriebene Umleitung erreichbar im Einbahnstraßenverkehr. Baumarkt und Hotel in der nördlichen Grenzstraße sind nur über die Seitenstraße Freiimfelde zu erreichen. Sackgassen sind - mit den schon bestehenden: Reideburger Straße und nördliche Grenzstraße an je beiden Enden, die Fiete-Schulze-Straße an der Delitzscher Straße sowie die Straße am Klärwerk. Einbahnstraßen sind Otto-Stomps-Straße, Reideburger Straße und südliche Grenzstraße.

Schon seit vergangenem Jahr wird in Halle-Ost großflächig gearbeitet. Doch erst ab Montag wird es wirklich ernst. Praktisch zur gleichen Zeit an vielen Straßen werden Abwasserkanäle und Leitungen erneuert, aber auch die Straße und Gehwege saniert - für insgesamt 18,2 Millionen Euro. Auch Mitte Juli wird sich die schwierige Situation für den Verkehr nur leicht entkrampfen. "Wir sind uns bewusst, was wir den Hallensern, Anwohnern und Firmen zumuten. Aber es geht nicht anders", versichert Halles Tiefbauamtsleiter Martin Heinz.

Denn bis 2013 müssen alle Arbeiten abgerechnet sein. Die Stadt hatte zwar schon 2008 die Förderung beantragt, die Bewilligung kam aber erst Ende 2010. Nun muss geklotzt werden. Es handele sich, so Heinz, um das letzte Bauprojekt Halles überhaupt mit einer Förderung in Höhe von 90 Prozent. Heute liege die Quote bei maximal 60. Positiv: Voraussichtlich werden Anlieger nicht zur Kasse gebeten.