Professor Carl Steinitz (v.l.) von der Harvard University im Gespräch mit Professor Erich Buhmann, Bernburgs Oberbürgermeister Henry Schütze und Hochschul-Präsident Professor Dieter Orzessek auf der Konferenz «Digital Landscape Architecture» im Kurhaus in Bernburg. (FOTO: ENGELBERT PÜLICHER)
Die Hochschule Anhalt ist an diesem Wochenende zum 13. Mal Gastgeber für Landschaftsarchitekten und Planer aus mehr als 20 Ländern. Unter den 180 Teilnehmern, die am Donnerstag im Bernburger Kurhaus zur Konferenz "Digital Landscape Architecture 2012" zusammenkamen, sind auch etwa 60 hochkarätige Referenten wie Carl Steinitz. Der Professor der renommierten US-Universität Harvard gilt als "Vater" der Geoinformationssysteme (GIS), auf denen beispielsweise Google Earth basiert.
Einer seiner Studenten, Jack Dangermond, gründete die Firma ESRI, die heute Weltmarktführer für GIS ist. Deren wissenschaftlicher Direktor in Deutschland, Professor Jörg Schaller aus München, zählte ebenfalls zu den Teilnehmern, die Hochschul-Präsident Prof. Dieter Orzessek zur Eröffnung am Donnerstagmorgen im Kurhaus-Saal begrüßen konnte.
Fortsetzung am Bauhaus
Die Konferenz, die am Freitag an gleicher Stelle und am Samstag am Dessauer Bauhaus fortgesetzt wird, reiht sich ein in eine ganze Serie internationaler Konferenzen, die die Hochschule bewusst im Jubiläumsjahr 800 Jahre Anhalt organisiert hat. Die Region sei reich an Geschichte, auch im Bereich Landschaftsarchitektur, betonte Orzessek und nannte als Paradebeispiel das Dessau-Wörlitzer Gartenreich. "Die Pflege von Traditionen ist wichtig, noch wichtiger aber ist es, die Zukunft zu gestalten", sagte er. Zukunftsthemen gebe es in Anhalt zur Genüge. Orzessek erinnerte an die Industriefolgelandschaften, die es zu gestalten gelte oder an die aus demografischen Gründen schrumpfenden Städte, wodurch neue freie Flächen entstehen.
Digitalisierter Alltag
Die 13. Auflage der Konferenz widmet sich dem speziellen Thema "GeoDesign, 3D-Modelling und Visualization" - ein Thema, das laut Orzessek in die Aufgabenstellung der gesamten Hochschule eingebettet ist. In Vorträgen und Exkursionen berichten Vertreter internatonaler Landschaftsarchitekturbüros praxisnah über neue, digitale Methoden der Landschaftsgestaltung. "Die interaktive digitale Gestaltung unserer Welt ist heute auf mobilen Tablet-PCs mit Zugriff auf die jeweiligen geografischen Daten möglich", erklärte Prof. Erich Buhmann vom Lehrgebiet Landschaftsinformatik an der Hochschule Anhalt die rasant wachsende Bedeutung der Geoinformationssysteme für den Alltag vieler Menschen.
Wettbewerb für Studenten
Am Rande der Konferenz waren im kleinen Kurhaus-Saal die Ergebnisse des von den drei mitteldeutschen Landesverbänden des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla) ausgelobten Studenten-Wettbewerbs zu sehen. "Denn einer unserer Schwerpunkte ist die Aus- und Weiterbildung", sagte Matthias Därr, Vorsitzender der bdla-Landesgruppe Sachsen-Anhalt. In diesem Jahr lautete die Aufgabe für die Studenten aus Bernburg, Dresden und Erfurt, ein Gestaltungskonzept für die Kleinstadt Zörbig zu entwerfen. Den ersten Preis errangen Nicole Buttke und Sebastian Pietzsch von der TU Dresden, deren Vorschläge laut Därr auch bei den Bürgern und im Stadtrat von Zörbig auf Begeisterung gestoßen sind. Von der Hochschule Anhalt schafften es Johanne Rübsam und Maria Hampe mit ihrem Konzept in die Finalrunde.
Die kleine Ausstellung ist auch noch am Freitag von 9 bis 17 Uhr für interessierte Besucher zugänglich.