Bernburg: Ein Drachenzahn entscheidet

16.07.2012 19:37 Uhr | Aktualisiert 16.07.2012 21:12 Uhr
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Gewinner

Die «Wikinger» gewannen das 8. Bernburger Drachenbootrennen. (FOTO: ENGELBERT PÜLICHER)

Von torsten adam
17 Mannschaften starten beim Drachenboot-Rennen des Bernburger Ruder-Clubs auf der Saale. Die "Wikinger" waren im Finale mit ihrem Boot am schnellsten.
bernburg/MZ. 

Nein, damit war nicht zu rechnen, dass ihre "Wikinger" am Ende ganz oben auf dem Siegertreppchen stehen würden. Schließlich war das Paddel-Team in den knallgelben T-Shirts bunt zusammengewürfelt und das dennoch an den Tag gelegte Rhythmusgefühl nicht unbedingt zu erwarten. Trommlerin Janin Franzisky kamen nach der Siegerparade nur mühsam die Worte über die Lippen. Zu sehr hatte sich die 24-jährige Bernburgerin am Sonntag im entscheidenden Finallauf verausgabt und ihre Mannschaft von der Spitze des Bootes aus lautstark angetrieben. Das war auch nötig, denn am Ende der 250 Meter langen Distanz auf der Saale hatte das Team von "Family Fitness" Zug um Zug aufgeholt. Doch der starke Endspurt kam ein bisschen zu spät.

Als drittes Team hatten sich die "Kiezpiraten" für das Finale qualifiziert. Nach 70 Sekunden Schwerstarbeit für die Armmuskeln reichte es für das Boot, in dem zahlreiche Hamburger saßen, zum dritten Platz.

Erwartungsgemäß nicht ganz mithalten konnten Egons Paddel-strolche, die im Vorjahr 13. und damit Letzter des Rennens geworden waren. Gleiches Schicksal schwante Kapitän Uwe Gäbel auch diesmal. "Wir müssen den Bierwagen in Richtung Ziel verlegen, damit meine Mannschaft besser motiviert ist", forderte er mit einem Augenzwinkern Gerhard Hartkopf, Vorsitzender des veranstaltenden Bernburger Ruderclubs, vor dem letzten Platzierungslauf auf. Sein Wunsch blieb zwar unerfüllt. Dennoch schafften es er und seine Jungs, im Kampf um Rang 16 die "Wassergeister" vom Wasserzweckverband Saale-Fuhne-Ziethe zu distanzieren und wenigstens einen Sieg an diesem Wochenende einzufahren.

Deutlich enger ging es in den anderen Platzierungsrennen zu, in denen jeweils drei Mannschaften gegeneinander antraten. "Die Skrupellosen" schlugen die "Harzdrachen", ein Team von der Halberstädter Harzsparkasse, in einem wahren Fotofinish. Mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen war der Zieleinlauf im Rennen um den vierten Platz. "Die Saale-Elfen" von der Plötzkauer Tischlerei Fromme fingen in letzter Sekunde die "SASPAddler" von der Salzlandsparkasse noch ab und lagen nur einen winzigen Drachenzahn vorn.

Denn Drachenköpfe schmückten den Bug der vier Boote, die der Schweriner Drachenbootverein mit nach Bernburg gebracht hatte. Die Mecklenburger stellten wie in den Vorjahren auch die Steuermänner, um die Freizeitmannschaften auf Kurs zu halten - denn ohne professionelle Hilfe würden die Paddler dies nicht schaffen, ist Gerhard Hartkopf überzeugt.

Für die "Zuckergeister an den sieben Stücken" war der Traum von der Titelverteidigung schon am Sonnabend geplatzt. Die Mannschaft von der Zuckerfabrik Könnern verpasste die Halbfinalläufe und belegte - ganz passend zum Namen - den siebten Platz.

Schon als echte Urgesteine des Wettbewerbs können getrost die "Himmelfahrtsfreunde" bezeichnet werden. Die Truppe war bislang bei allen acht Regatten am Start und durfte sich diesmal über einen respektablen sechsten Platz freuen.

Auch wenn laut Ruderclubchef der Spaß an diesem Wochenende im Vordergrund stand, war der sportliche Ehrgeiz aller Paddler nicht zu übersehen - weder während des Rennens noch beim anschließenden Jubel über einen Sieg. Startberechtigt sollen aber auch künftig nur reine Freizeitteams bleiben, denn inzwischen seien alle Aktiven zu einer großen Familie zusammengewachsen, betonte Gerhard Hartkopf. Das zeigte sich auch darin, dass einzelne Paddler bei Teams, die nicht alle 18 Plätze im Boot besetzen konnten, aushalfen.

Zwischen den beiden Wettkampftagen feierten die Sportler bei Discomusik bis in den Sonntag hinein. Für Auswärtige fanden sich in der Nähe Übernachtungsmöglichkeiten, unter anderem in der Sporthalle auf der Töpferwiese.

Damit bei den Rennen alles wie am Schnürchen klappte, dafür sorgten auch das THW und die DRK-Wasserwacht. "Wir sind ein eingespieltes Team", bedankte sich Hartkopf für die bewährte Hilfe.

Die Kapitäne der Mannschaften haben sich bereits auf den Termin fürs nächste Jahr verständigt. Am Wochenende 6. / 7. Juli 2013 soll die 9. Auflage steigen. Vielleicht dann wieder mit einem neuen Teilnehmerrekord.

"Wir stoßen aber bereits an Kapazitätsgrenzen. Mehr als 18 oder 19 Boote können wir nicht starten lassen", blickte Gerhard Hartkopf schon mal voraus.