Bernburg: Weiterhin Hoffnung auf Landregen

24.05.2012 18:45 Uhr | Aktualisiert 24.05.2012 18:55 Uhr
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Ein Rapsfeld bei Gerlebogk

Ein Rapsfeld bei Gerlebogk ist durch zu viel Regen geschädigt. (FOTO: ENGELBERT PÜLICHER) W

Von Paul Spengler
Während die einen sich in der Sonne aalen, hoffen die Landwirte im Salzlandkreis darauf, dass in den nächsten Tagen irgendwann einmal Regen fallen wird.
Bernburg/MZ. 

"Wenn es nicht nennenswerte Niederschläge geben wird, dann kann es kritisch werden", schätzt Matthias Saudhof. Der Vorsitzende des Bauernverbandes Salzlandkreis befürchtet vor allem Schäden beim Getreideanbau. Nennenswerte Niederschläge, das seien etwa 20 Millimeter im Messgefäß, meint der Landwirt aus Nelben.

Eine Umfrage im Altkreis Bernburg zeigt, dass die Landwirte aus heutiger Sicht noch nicht von einer insgesamt schlechten Ernte ausgehen. "In einer Woche sprechen wir uns wieder", sagt Landwirt Volker Bosse, der seinen Betrieb im Nienburger Ortsteil Altenburg hat. Als problematisch erweisen sich für ihn Kies-Inseln und Kalksteinköpfe auf den Feldern.

"Dort macht es auch keinen Sinn, viel zu düngen, denn die Erdauflage ist einfach zu gering", erklärt Bosse. Wenn hingegen 90 Zentimeter Lößboden vorhanden seien, dann seien auch die Pflanzen besser in der Lage, Wasser zu ziehen. Der Raps hat gerade geblüht. Es ist genau die Phase zwischen Blüte und der für den Ertrag so wichtigen Kornfüllungsphase. Bei den ausgesäten Getreidesorten sind teilweise hellere Stellen auf den Feldern zu sehen. Dort ziehen die Pflanzen zu wenig Wasser.

"Wenn die Pflanze geblüht hat, dann sind Schäden programmiert, wenn es zu wenig regnet", bestätigt Eckhard Mädchen, der Vorstandsvorsitzende der Agrargenossenschaft Baalberge, mit Blick auf den Raps. In der Baalberger Genossenschaft und den mit ihr verbundenen Unternehmen werden über 2 000 Hektar Ackerfläche genutzt. Auf der Hälfte wird Getreide angebaut. Dazu zählen Winterweizen, Wintergerste und Sommerdurum, der für die Nudelherstellung angebaut wird. "Landregen, der allmählich einsickern kann, wäre für uns das Beste", sagt Eckhard Mädchen. Gerade in der Entwicklungsphase bräuchten die Pflanzen nun einmal Wasser.

"Es kommt beim Pflanzenwachstum stark auf die Wasserleitungsfähigkeit einer Pflanze an", erläutert der Altenburger Landwirt Volker Bosse. Notwendig dafür sei ein funktionierendes Kapillarsystem, mit dem die Pflanze auch aus tieferen Erdschichten Wasser ziehen kann. Je dünner die Kapillarleitungen werden, umso schwieriger sei es, die Pflanze mit Wasser zu versorgen. Bei starker Hitze wie jetzt würden sich dann die Spalten im Blatt tagsüber verschließen. "Damit schützt sich die Pflanze vor dem Austrocknen, zugleich wird aber auch das Wachstum gestoppt", erläutert Bosse.

Kommt nun bald der ersehnte Landregen oder kommt er nicht? Diese Frage beschäftigt auch Hans-Jürgen Windirsch, den Vorstandsvorsitzenden der Agrargenossenschaft Könnern e. G.. Die Zuckerrüben sind schon in der Erde. Da die Rübenkörper noch klein sind, wirkt sich auf sie der fehlende Regen zur Zeit noch nicht aus. "Zum Raps kann ich erst etwas sagen, wenn wir mit dem Mähdrescher rein fahren", sagt Windirsch. Die Hoffnung bleibt, dass die Trockenschäden nicht zu groß sind.