«Der Tod gehört zum Leben», so der Arzt Ralf Eckert. (FOTO: WINTERFELD)
Hinter dem etwas sperrigen Begriff verbirgt sich die intensive Betreuung von Patienten mit einer begrenzten Lebenserwartung infolge von unheilbaren Krankheiten.
Grundprinzip der Palliativversorgung ist die Rundum-Betreuung Sterbenskranker in den eigenen vier Wänden. Vorausgesetzt, der Patient hat alle lebenserhaltenden Therapien einstellen lassen.
Wie Ralf Eckert betont, werde bei der SAPV keine Heilung angestrebt, sondern die Patienten und deren Angehörige auf dem Weg in den Tod betreut. Eckert ist Arzt mit den Fachgebieten Urologie und Palliativmedizin sowie einer eigenen Praxis in Eisleben.
Zu dem Versorgungsteam im Kreis gehören neben bisher 15 Ärzten auch Pflegefachleute, Sozialarbeiter, Apotheker, Seelsorger, Psychotherapeuten, Sanitätshäuser und auch Hauswirtschaftskräfte.
Hintergrund sei die komplette Betreuung der todgeweihten Patienten, bei der die Angehörigen unbedingt mit einbezogen sind. Selbst die Antragstellung bei den Krankenkassen, die Gutachten und alle anderen Formalitäten werden von den Fachleuten des Palliativteams übernommen.
Wie aber können Angehörige und Betroffene das Angebot in Anspruch nehmen? Nach Eckerts Worten wissen alle Hausärzte im Landkreis ebenso Bescheid wie die Helios-Kliniken in Eisleben und Hettstedt. Mit der Helios-Klinik in Sangerhausen soll "kurzfristig Kontakt" aufgenommen werden. Auch die Pflegedienste im Kreis kennen die Abläufe und Formalitäten, die für die Betreuung in der SAPV notwendig seien.
Erste Erfahrungen zeigten, so der Eisleber Mediziner, dass nicht nur den Sterbenskranken, sondern vor allem auch den Angehörigen im Zuge der Betreuung der Schrecken vor dem Tod genommen werden kann. Viele Hinterbliebene würden zudem auch nach dem Tod ihres Angehörigen weiter die Gespräche mit Seelsorgern oder Psychotherapeuten suchen.
Die Palliativmedizin, die sich nach Eckerts Worten erst in den vergangenen sechs bis sieben Jahren in Deutschland etabliert hat, sei auch für ihn vollkommenes Neuland gewesen. Jetzt wisse er aber, "der Tod gehört zum Leben", so Eckert.
Gleichzeitig sei er tief beeindruckt sowohl von Patienten als auch von Hinterbliebenen, die mit der unumstößlichen Tatsache nicht nur "umzugehen lernen", sondern "daran auch wachsen" können.
Ralf Eckert ist erreichbar unter 0172 / 6190187 .