Kinder in einem Schulzimmer (FOTO: ARCHIV/DPA)
Mit der Änderung werde künftig "mehr Wert auf das kompetenzorientierte Lernen gelegt", sagte Kultus-Staatssekretär Jan Hofmann (SPD) der MZ.
Zur Festlegung der Noten für alle schulischen Leistungen gibt das Ministerium den Lehrern einen Bewertungsschlüssel an die Hand. Darin sind für die Noten Prozenthürden festgelegt. Konkret: Erreicht ein Schüler 66 Prozent der maximalen Leistung, erhält er die Note "befriedigend", bei 81 Prozent "gut".
Die Leistungshürden sollen nun zum nächsten Schuljahr sinken, das geht aus dem Entwurf eines Erlasses zur Leistungsbewertung hervor. So wird es vor allem leichter, die Note "ausreichend" zu bekommen - und so Fünfen zu vermeiden, die eine Versetzung gefährden können.
Jürgen Mannke, Vorsitzender des Philologenverbandes, kritisiert die Neuerung: "Dahinter ist der politische Wille erkennbar, die Schulversager-Quote zu senken. Da versucht man Fünfen zu vermeiden, indem man das Niveau senkt." Die Zahl der Jugendlichen, die in Sachsen-Anhalt die Schule ohne Abschluss verlassen, liegt bei etwa zwölf Prozent. Nur Mecklenburg-Vorpommern steht schlechter da.
Staatssekretär Hofmann verweist darauf, dass kompetenzorientiertes Lernen wichtiger werde. "Das heißt, von den Schülern wird nicht mehr nur länger Wissen abgefordert, sondern es geht auch um die Vermittlung von Kompetenzen, wie zum Beispiel Lernmethoden." Dadurch änderten sich die Anforderungen, die Notenbildung werde dem angepasst. Außerdem handele es sich um eine "Angleichung an Bewertungsmodalitäten anderer Bundesländer". GEW-Landeschef Thomas Lippmann hält das für "Scheinbegründungen". In Wahrheit werde der "Regulierungswahn" abgemildert. Die Änderung selbst begrüßt Lippmann.