Während Schüler und Lehrer ihre Sommerferien genießen, wird an mehreren Schulen im Altkreis Bitterfeld, deren Träger der Landkreis Anhalt-Bitterfeld ist, gebaut. MZ-Redakteurin Uljana Wuttig-Vogler sprach darüber mit Erich Mühlbauer, Amtsleiter für Hochbau, Tiefbau und Gebäudemanagement der Kreisverwaltung.
Wo wird überall gebaut?
Mühlbauer: Wir bauen derzeit unter anderem an der Förderschule "Erich Kästner" Bitterfeld, an der Sekundarschule in Roitzsch und beginnen in dieser Woche mit dem Umbau des ehemaligen Kinderheims im Hahnstückenweg in Bitterfeld zum Lehrlingswohnheim. Auf Hochtouren laufen die Arbeiten an der Erich-Kästner-Schule.
Das ging aber schnell, der Landkreis hat doch erst vor vier Wochen den Zuwendungsbescheid vom Landesverwaltungsamt bekommen..
Mühlbauer: Das ging in der Tat sehr schnell, worüber wir uns auch sehr freuen. Wir hatten für dieses Vorhaben den vorzeitigen Maßnahmebeginn beantragt, so dass wir schon recht zeitig Planungen, die nicht förderschädlich sind, vorantreiben konnten.
Was wird alles an der Schule gemacht?
Mühlbauer: Die Schule wird komplett saniert. So werden wir unter anderem Dach, Fenster und Türen, Fassade und die Heizung erneuern. Derzeit ist die Schule zum Großteil schon eingerüstet, die elektrischen Leitungen werden erneuert und die alten Heizungen herausgerissen. Komplettiert werden die Arbeiten durch den Einbau neuer Kommunikationssysteme, eines Aufzuges zur Herstellung der Barrierefreiheit und sowie zweier Treppentürme, die den zweiten Fluchtweg sicherstellen sollen.
Bis wann werden alle Arbeiten erledigt sein?
Mühlbauer: Das soll Ende kommenden Jahres sein. Wir werden also bei laufendem Schulbetrieb arbeiten müssen. Das verlangt sehr viel Koordinierungsaufwand. Wir hoffen, dass wir das hinbekommen und der Unterricht weitestgehend störungsfrei verlaufen kann. Die Schulleiterin der Erich-Kästner-Schule ist sehr kooperativ, so dass ich auf ein gutes Gelingen hoffe.
Sind Firmen aus der Region in das Baugeschehen eingebunden?
Mühlbauer: Wir haben alle Aufträge öffentlich ausgeschrieben. Bislang sind Leistungen in Höhe von zwei Millionen Euro vergeben. Viele Arbeiten wurden an Firmen aus der Region vergeben.
Wie sieht es in Roitzsch aus?
Mühlbauer: Dort haben wir mit dem Abriss der alten Baracke auf dem Hof begonnen. Der Ersatzneubau wird zweigeschossig sein, in diesem sollen fünf Unterrichtsräume, Sanitär- und Technikräume sowie eine Mensa zur Essensausgabe entstehen. Am Schulgebäude selbst werden wir Brandschutzmaßnahmen durchführen und vorhandene Räume teilen. Als zweiter Fluchtweg wird auch hier ein Treppenturm angebaut.
Der Landkreis hat ja Fördermittel für die Sanierung von Schulen aus dem Stark-III-Förderprogramm beantragt. Wie ist da der Stand der Dinge?
Mühlbauer:
Wir hatten die Sekundarschulen Muldenstein, Zörbig, "Völkerfreundschaft" in Köthen und das Walther-Rathenau-Gymnasium in Bitterfeld zur Förderung eingereicht. Wir haben aus der Presse erfahren, dass das Gymnasium Geld - rund 3, 3 Millionen Euro - bekommen soll, einen schriftlichen Bescheid haben wird allerdings noch nicht. Die anderen drei Schulen gehen leer aus. Welche Arbeiten sollen am Gymnasium durchgeführt werden?
Mühlbauer: Wir wollen einen Ersatzneubau errichten, weil die Schule ja erhebliche Wasserprobleme hat. Einige Räumlichkeiten können ja schon gar nicht mehr genutzt werden, weil Wasser im Keller steht. Dafür müssen wir Ersatz schaffen. Für den Neubau würde sich der Platz zwischen Haus 1 und 2 anbieten. Wir werden ohne Kellergeschoss bauen. Im Erdgeschoss des Neubaus soll eine Mensa für die Essensversorgung entstehen. Im ersten Obergeschosss werden fünf Klassenräume inklusive Nebenräume bzw. Lehrerzimmer eingerichtet. Im zweiten Obergeschoss planen wir einen zweiten Fluchtweg, der gleichzeitig als Anbindung an die Aula dienen soll. Mit dem Zwischenbau würde die Schule dann endlich über einen vernünftigen Eingangsbereich verfügen, so dass sie nach außen hin als geschlossenes Ensemble wahrgenommen wird.