In den vergangenen zehn Jahren ist in Sachsen-Anhalt die Zahl der ehrenamtliche Feuerwehrleute um nahezu 5.000 gesunken. Gegenwärtig beteiligen sich noch rund 35.400 Frauen und Männer zwischen Arendsee und Zeitz am aktiven Brandschutz. Als Hauptgrund für diesen Abwärtstrend nannte die Sprecherin des Innenministeriums, Anke Reppin, die Bevölkerungsentwicklung vor allem auf dem Lande, wo immer weniger junge Menschen lebten. Trotzdem sieht der Landesfeuerwehrverband keine gravierenden Probleme bei der Einsatzbereitschaft.
Verbandsvorsitzender Lothar Lindecke bezeichnete das System über Ortsgrenzen hinweg als „gut aufgestellt“. Die Notrufzentralen in den Landkreisen koordinierten den Einsatz der Freiwilligen Feuerwehren. Das sichere im Ernstfall eine Verfügbarkeit der Rettungskräfte innerhalb von zwölf Minuten.
Zwtl.: Spezialisierung nimmt zu
Durch die Kreisgebietsreform hätten sich viele Freiwillige Feuerwehren neu organisiert. Es gebe Zusammenschlüsse, die zu einer höheren Effektivität führten, sagte Lindecke. Viele Wehren hätten sich zudem spezialisiert, könnten mit einer optimalen Technikausstattung beispielsweise bei Ölschäden oder bei Verkehrsunfällen helfen. Andere wiederum besäßen die Ausrüstung, um lange Wasserleitungen bereitzustellen. „Nicht jede Wehr muss und kann alles haben“, erklärte der Vorsitzende.
Gegenwärtig existierten in Sachsen-Anhalt 1.633 Ortsfeuerwehren, das sind 39 weniger als noch vor zwei Jahren. 399 hielten ständig mindestens eine Löschstaffel mit sechs bis acht Einsatzkräften bereit. Weitere 219 verfügten über eine Löschgruppe mit bis zu 21 Mitgliedern und sieben könnten einen Löschzug mit bis zu 25 Feuerwehrleuten aufbieten.
Zwtl.: Förderprogramm für Drehleitern
Allerdings hofft der Landesfeuerwehrverband in den kommenden Jahren auf neue Technik. Der Verband machte eine Nachholbedarf aus, vor allem Fahrzeuge aus DDR-Zeiten müssten schrittweise ausgetauscht werden. Für 2013 habe das Land Fördermittel für die Anschaffung von vorerst sechs Fahrzeugen mit Drehleitern zugesagt. Damit ließen sich unter anderem Menschen aus Höhen von 23 Metern retten. Das Sonderprogramm umfasst zwei Millionen Euro. Im Auftrag der Kommunen beschaffe sie das Land zentral, um Kosten zu sparen, sagte Reppin. Gegenwärtig lägen dem Ministerium 24 Anträge vor.
Durch das Land würden die Gemeinden unter anderem durch die Sicherung der Arbeit des Instituts der Feuerwehr sowie des Instituts für Brand- und Katastrophenschutz in Heyrothsberge bei Magdeburg unterstützt. Für das laufende Jahr stünden Zuschüsse von etwa 6,5 Millionen Euro im Landeshaushalt.