Chinesisches Haus: Fernöstliches Flair im Schlosspark

14.06.2012 19:13 Uhr | Aktualisiert 14.06.2012 19:32 Uhr
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Im Chinesischen Haus  (FOTO: KUHN)

Im Chinesischen Haus (FOTO: KUHN)

Von Claudia Lasslop
Panzerglas, Sicherheitskameras und Rauchmelder - das Chinesische Haus im Oranienbaumer Schlosspark ist künftig rund um die Uhr gerüstet gegen Vandalismus und andere Gefahren. Mit Sonderführungen ist es ab sofort wieder zu besichtigen.
ORanienbaum/MZ. 

Panzerglas, Sicherheitskameras und Rauchmelder - das Chinesische Haus im Oranienbaumer Schlosspark ist künftig rund um die Uhr gerüstet gegen Vandalismus und andere Gefahren. Nach der Restaurierung von Dach und Fassade wurde bei den Arbeiten am Innenraum nicht nur auf historische Vorlagen geachtet, sondern auch in Sicherheit investiert. Mit Sonderführungen sind die drei Räume ab sofort wieder zu besichtigen.

Der originalen Doppeltür wurde eine zweite Eingangstür mit Panzerglas vorgesetzt, eine Kamera erfasst den gesamten Eingangsbereich: "Das Haus hat arg unter Vandalismus gelitten, dem sollte vorgebeugt werden. Ein Eindringen ist nicht mehr ohne weiteres möglich", erklärt Robert Hartmann von der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz.

Durch beide Türen hindurch gelangt der Besucher nun in den Mittelraum und betritt den empfindlichen und aufwendig restaurierten Stuckfußboden dabei nur auf Teppichen. Ein Blick an die Decke lässt die Verarbeitung von Bambus vermuten, "aber Bambus gab es ja hier nicht. Das war schon immer eine Imitation mit bemalten Leisten", erklärt Planer Hinrich Rademacher. An der Decke und an den Seiten sind zudem Wandmalereien mit Motiven aus dem Leben des Gelehrten Konfuzius zu sehen, seine Geburt, darüber ein himmlischer Chor. Beleuchtet wird der Raum von rekonstruierten Lampions mit den typisch chinesischen Glücksbringern. Was nach wie vor fehlt, sind die Statuen in den Ecken des mittleren Raumes: "Sie waren aus China importiert, lebensnah bemalt und hatten bewegliche Köpfe. Das muss einen sehr besonderen Effekt gegeben haben", erklärt Rademacher. "Es ist jammerschade, dass die verloren sind." Anhand von Bildern könnten sie allerdings rekonstruiert werden.

Was im Gesamtbild des Inneren außerdem noch fehlt, sind die nach Originalvorlagen bedruckten Tapeten, die gerade restauriert werden. "Man hat den Eindruck, dass das Haus für die Tapeten gebaut wurde." Vom Panorama im mittleren Raum ist allerdings nur ein Fragment erhalten, der einen Teil der Seidenproduktion darstellt.

Im Außenbereich wird aktuell noch am Umgang des Gebäudes gearbeitet. Nach Fertigstellung Ende dieses Sommers kann das Haus wieder komplett umlaufen werden. Im Zusammenhang damit werden auch die Wasserspeier wieder angebracht.