Dagmar Szabados: Noch 4 ½ Monate im Amt

16.07.2012 21:03 Uhr | Aktualisiert 17.07.2012 00:15 Uhr
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Dagmar Szabados

Noch-Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados (SPD) (ARCHIVFOTO: MZ)

Die Wahl von Bernd Wiegand zum neuen Chef im halleschen Rathaus hat bei Noch-Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados (SPD) offenbar tiefe Spuren, wenn nicht sogar eine klaffende Wunde hinterlassen. Ihrem Amtsnachfolger gratulierte sie am Sonntag kühl, kurz und knapp.
Halle (Saale)/MZ/jam. 

Den Ausgang der Stichwahl wollte sie auch am Montag nicht im Detail kommentieren.

Doch hat Szabados nicht auch eine persönliche Aktie an Wiegands Erfolg? Nach dem Debakel für den sozialdemokratischen Kandidaten Kay Senius hatte die 64-Jährige in aller Öffentlichkeit vor der Wahl Wiegands, mit dem sie seit Jahren im Dauerclinch liegt, gewarnt. Szabados forderte die Hallenser dazu auf, ihre Stimme in der Stichwahl für CDU-Mann Bernhard Bönisch abzugeben. "Alles andere wäre eine Katastrophe für die Stadt", sagte Szabados am Sonntag vor zwei Wochen. Doch womöglich hat sie mit ihrer Werbung Bönisch überhaupt keinen Gefallen getan und all jene, die mit der momentanen Politik im halleschen Rathaus unzufrieden sind, in Wiegands Lager getrieben. Szabados sieht das anders. Über ihren Stadtsprecher Steffen Drenkelfuß ließ sie auf MZ-Nachfrage am Montag verlauten: "Die OB hat ihre Sorge um die Entwicklung der Stadt zum Ausdruck gebracht. Ihre Äußerung stellt ihre persönliche Meinung dar und ist kein Wahlaufruf gewesen."

Wiegand bereits jetzt in wichtige Fragen, die für die Zukunft Halles wichtig sind, einzubeziehen, das hat Szabados nicht vor. "Die OB ist bis zum 30. November gewählt. Sie wird, wie in der Gemeindeordnung vorgesehen, in alleiniger Verantwortung ihren Dienst bis zum Ende der Amtszeit erfüllen", so Drenkelfuß. Soll heißen: Auch wenn Wiegand darauf besteht, von seiner Amtsvorgängerin in Belange, die seine künftige Zeit als OB betreffen, einbezogen zu werden, kann er darauf wohl nicht hoffen.

Offen ist zudem, was aus dem Disziplinarverfahren gegen Wiegand in seiner Funktion als Innendezernent wird. Das liegt in der Verantwortung von Bürgermeister Egbert Geier, weil sich Szabados für befangen erklärte. "Das Verfahren ist im Januar abgeschlossen worden", so Geier. Ergebnis: Dem Innendezernenten sollen für zwölf Monate die Bezüge um 20 Prozent gekürzt werden. Geier: "Herr Wiegand hat dagegen geklagt. Eine Klagebegründung liegt bis heute nicht bei Gericht vor."