"Am Markt geht etwas", stellt Sabine Edner, Chefin der Arbeitsagentur in Dessau-Roßlau, am Donnerstag erfreut fest. Bei der Verkündung der aktuellen Arbeitslosenzahlen hatte sie "eine frohe Botschaft" im Gepäck. Im Mai waren 1.027 Frauen und Männer weniger arbeitslos als im April. Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk (Hauptagentur Dessau-Roßlau sowie die Geschäftsstellen Zerbst, Bernburg und Köthen) betrug 12,1 Prozent. Im April lag sie noch bei 12,9 Prozent.
Dennoch sind im Agenturbezirk weiterhin 15.599 Frauen und Männer ohne Arbeit. Dass deren Zahl aber abgebaut werden kann, ist Edner optimistisch. "Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist sehr positiv. Wir haben 1.100 Stellen in unserem Bestand", erklärte sie am Donnerstag. Das verarbeitende Gewerbe, der Handel, das Gesundheits- und Sozialwesen suchen nach Arbeitskräften, aber auch im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung gibt es zahlreiche Stellen.
Von der großen Arbeitskräftenachfrage, weiß Edner, profitieren jedoch nicht alle Arbeitslosen. Wer länger als ein Jahr ohne Arbeit ist, älter ist oder eine körperliche Beeinträchtigung hat, hat bislang wenig Chancen, bei den Arbeitgebern in die engere Wahl zu kommen. Weshalb Edner bei Arbeitgebern - vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Belegschaft und künftig immer geringer werdenden Schulabgängerzahlen - ein Umdenken einfordert. "Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Einstellung auch durch zu uns zu begleiten", macht sie aufmerksam.
Dennoch kann sie für den Monat Mai feststellen, dass sowohl im Bereich der Arbeitslosenversicherung als auch im Hartz-IV-Bereich die Arbeitslosigkeit deutlich zurückgegangen ist. Den Aufschwung am Markt macht sie auch bei der Unterbeschäftigtenquote aus, die die Zahl der Arbeitslosen und der Teilnehmer in Arbeitsmarktmaßnahmen zusammenfasst. Diese sank um 0,9 Prozentpunkte gegenüber April auf 15,7 Prozent. Sie liegt auch um 1,2 Prozentpunkte unter dem Niveau des Vorjahresmonats.
642 Frauen und Männer waren im Mai mit Hilfe arbeitsmarktpolitischer Instrumente aktiviert und 777 in beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen qualifiziert worden. Außerdem wurden 1.189 Personen durch Eingliederungszuschüsse gefördert, 2.348 waren in Arbeitsgelegenheiten integriert. Vor einem Jahr waren in diesen Maßnahmen noch über 1.000 Menschen mehr gefördert worden als heute.