Dessau-Roßlau: Das Geld wird knapp

25.06.2012 22:07 Uhr | Aktualisiert 25.06.2012 22:57 Uhr
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«Eichenkranz»

Der «Eichenkranz» in diesen Tagen (FOTO: THOMAS KLITZSCH)

Von thomas steinberg
Die Welterbe-Stiftungen Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, Bauhaus, Luthergedenkstätten und die sich um den Unesco-Titel bewerbenden Franckeschen Stiftungen in Halle sollen eigenständig bleiben.
Dessau/Wörlitz/MZ. 

Dies sagte am Sonnabend Ingo Mundt, Referatsleiter im Magdeburger Kultusministerium, zur Jahreshauptversammlung der Freunde des Dessau-Wörlitzer Gartenreichs. Man prüfe gegenwärtig, inwieweit sich dennoch "Kräfte bündeln und Dienstleistungen zusammenfassen lassen". Bezogen auf alle Stiftungen im Land meinte Mundt, es werde "gravierende Änderungen geben, die nicht zu Lasten der Stiftungen gehen".

Mundt war es überlassen worden, den Kultusminister und den Staatssekretär zu vertreten, die beide in Magdeburg durch den Tag der offenen Ministeriumstüren gebunden waren. Doch ignorieren kann die Politik die größte Kulturvereinigung des Landes kaum. Nicht nur wegen ihrer mehr als 1 200 Mitglieder, sie kann es ebenso wenig, weil dem Verein etliche Leute angehören, deren Wort einiges Gewicht in der Politik und Öffentlichkeit hat.

Kritik an bisheriger Förderung

Und so hakte Rolf Budde, Chef des Freundeskreises, beim Themen Stiftungen allgemein und Kulturstiftung im Besonderen bei der Tagung im Hörsaal des Umweltbundesamtes in Dessau nach. Wie es mit einer regelmäßigen und verlässlichen Förderung des Bundes aussehe (die die Kulturstiftung nicht erhält). Es könne nicht sein, dass, wer einmal von der institutionellen Förderung profitiere, dies auf Dauer tue, eine Überprüfung der Leistungen alle zwei Jahre sei notwendig.

Mundt deutete zumindest an, dass der Bund "überlegt, die Höhe der Förderung für die Kulturstiftung zu überprüfen". Das ist umso dringender, als die bislang an den Solidarpakt II gekoppelt ist, der, wie Stiftungsdirektor Thomas Weiß erinnerte, 2019 auslaufen wird. "Ich unterstelle, dass sich das Land dann ebenfalls zurückziehen wird." Mundt bestritt das, setzte aber einen anderen Akzent: Es komme mehr auf die Förderung der laufenden Ausgaben als auf die neuer Investitionen an.

Weiß dürften die Aussagen, wenn überhaupt, nur bedingt beruhigt haben - die Stiftung klagt über notorische Unterfinanzierung. "Ich erspare Ihnen heute früh das Zahlenwerk, es würde Sie nur deprimieren", führte Weiß seinen Bericht zu den Aktivitäten der Stiftung ein. Die sind zum Teil ohne die Aktivitäten der Freundesgesellschaft nicht denkbar. Ob die Website zur Dutch-Design-Ausstellung in Oranienbaum, der Ankauf eines Tischbein-Gemäldes, die Nachbildung einer Statue in Wörlitz - immer wieder sind es die Gartenreichfreunde, die Geld zuschießen. Vor allem für das größte Projekt, das ohne sie möglicherweise niemals zustande gekommen wäre; die Sanierung des Eichenkranzes. Von einer Eröffnung sollten die Mitglieder nicht sprechen, versuchte Joachim Landgraf alle einzuschwören. Man darf bezweifeln, ob die Bitte des Geschäftsführers fruchtet: nach außen hin mögen sich alle der Sprachregelung befleißigen und vom 9. September als dem Tag der offenen Tür im Wörlitzer Eichenkranz reden - verstanden werden dürfte der Tag als Wiedereröffnung des Gasthauses, auch wenn die Bauarbeiten danach noch einige Monate fortgesetzt werden.

Arbeit bis zum Jahresende

Aber, so der Baubeauftragte Walter Keddi, man werde Termin- und Kostenpläne einhalten. Zum Jahresende soll die Sanierung des Eichenkranzes abgeschlossen sein. Vorher aber schon wird eine Ausstellung eröffnet, in der sich mit dem Gartenreich auseinandersetzende Studentenarbeiten gezeigt werden. Das Projekt wird den Verein auch über das Ende der Bauarbeiten hinaus beschäftigten. Schon jetzt wirbt man um Vereins-Mitglieder, die bereit wären, bei Führungen mitzuhelfen.