Dessau-Roßlau: Elballee-Mieter fast unter sich

22.08.2012 20:33 Uhr
Viele Mieter, kaum Stadträte, keine DWG-Vertreter. (FOTO: SEBASTIAN) 
Wohnungskündigungen in Dessau-Roßlau sorgen für Ärger. Bei einem Treffen gab es nur wenig Beteiligung. Mit Robert Hartmann (SPD) und Ex-Oberbürgermeister Hans-Georg Otto (Pro Dessau-Roßlau) waren gerade einmal zwei Stadträte vor Ort.
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DESSAU-ROSSLAU/MZ/SB. 

Die Erwartungen war groß. Doch als die Mieter der Dessauer Elballee sich punkt 18 Uhr hinter ihren Häusern versammelt hatten, war schnell Ernüchterung spürbar: Mit Robert Hartmann (SPD) und Ex-Oberbürgermeister Hans-Georg Otto (Pro Dessau-Roßlau) waren gerade einmal zwei Stadträte vor Ort.

Hartmann hatte zwar noch ein paar Ziebigker Sozialdemokr aten im Schlepptau. Auch Ex-Baudezernent Karl Gröger schaute vorbei. Doch sonst? „Wir“, gab Mieter-Sprecher Jürgen Centiny zu, „hatten uns mehr Resonanz erhofft.“ Vor allem, dass kein Vertreter der Dessauer Wohnungsbaugesellschaft (DWG) vor Ort war, sorgte für Ärger. Die war zwar nicht direkt eingeladen worden. „Doch“, sagte Otto, „ich habe das hier ja auch in der Zeitung gelesen und bin hier.“

Ende Juli haben die etwa 30 Mieter in der Elballee ihre Kündigung zum 31. Mai 2013 erhalten. Viele wohnen 40 Jahre und länger in den kleinen Drei-Raum-Wohnungen, von denen viele saniert sind. Ihren Ärger hatten die Mieter vorige Woche öffentlich gemacht, nachdem ein Schreiben an die Stadtverwaltung und die DWG ohne Reaktion blieb. „Wir haben ein Recht auf ein Gespräch“, forderte Centiny. „Wir wollen diesen Wohnstandort unbedingt erhalten.“

Neue Information gab es am Dienstag kaum. 2008 sei eine Planung für das Quartier Elballee aufgelegt worden, erinnerte sich Gröger, als Baudezernent auch Aufsichtsratschef der Dessauer Wohnungsbaugesellschaft. „Ich kenne Pläne aus dem Jahr 2010. Da war das hier noch ein Sanierungsgebiet“, sagte Hartmann. „Irgendwann muss es einen Meinungsumschwung gegeben haben.“

Woher dieser kam, warum dieser den Mietern nicht erklärt wurde, das blieb ein Rätsel. „Es ist bedauerlich, dass man die DWG an einen Tisch zwingen muss“, sagte Otto, der ankündigte, den Umgang mit Mietern einer städtischen Gesellschaft im nächsten Stadtrat zu thematisieren.

Hartmann erklärte sich am Ende bereit, ein Treffen zwischen den Mietern der Elballee, der DWG und dem Verwaltungsratsvorsitzenden Joachim Hantusch zu organisieren. Die DWG kam diesem zuvor und hat nun am Dienstag ein Gespräch vereinbart. In kleiner Runde.