Walter Schulz startet auch bei der MZ-Radpartie. (FOTO: SEBASTIAN)
Zwei Räder zum in die Pedale treten und ein Schutzhelm. Mehr braucht Walter Schulz nicht, um sich fit zu halten für die täglichen Herausforderungen des Lebens. "Fahrradfahren gibt nicht nur Kondition und Kraft, sondern macht dazu auch noch Spaß", so der 37-Jährige. Diesen Spaß wird der Doppelstädter mit zahlreichen anderen Teilnehmern am 24. Juni bei der MZRadpartie rund um Halle teilen.
Zum bereits sechsten Mal heißt es dann wieder auf verschiedenen Etappen von der Peißnitzinsel aus, die Saalestadt und deren Umgebung zu erkunden. Von der familienfreundlichen Minitour mit rund 15 Kilometern bis zur ausgedehnten Maxitour von 81 Kilometern Länge ist für jeden Geschmack etwas dabei. Vor zwei Jahren nahm Schulz schon einmal mit einem Freund an der Fitnesstour mit rund 60 Kilometern Länge teil. Diesmal suchen er und sein Freund die maximale Herausforderung von 81 Kilometern. Dabei ist für ihn der Weg das Ziel. "Mein Ehrgeiz ist es nicht, als Erster ins Ziel zu kommen, sondern ganz entspannt die Umgebung mit kurzen Pausen an den einzelnen Stationen zu erkunden", gibt er die persönliche Marschrichtung vor.
Auch im Alltag würde sich Schulz als geübten Hobbyfahrer bezeichnen. Joggen hat er mal probiert. Die Laufschuhe nach kurzer Zeit aber wieder in die Ecke gestellt. Seine Drahtesel kommen ihm da mehr entgegen. Ein Trekkingrad, ein Mountainbike und ein Rennrad nennt er sein Eigen. Täglich ist er mit einem der Räder unterwegs. Früh geht es vom Haus in Ziebigk mit dem Rad zum Hauptbahnhof und in den Zug Richtung Halle, um zu seiner Arbeit in das Gewerbegebiet Landsberg bei Halle zu kommen. Nur mit dem Drahtesel zur Arbeit zu fahren ist für ihn keine Option. "Ich muss jeden Morgen um sieben Uhr im Büro sein und würde sonst ganz verschwitzt ankommen", so Schulz. Er hat schon manchmal überlegt, nach erledigter Arbeit die rund 40 Kilometer nach Hause zu radeln. Bisher war das noch nicht der Fall. Zwei- bis dreimal die Woche drehen er und seine Frau abends ihre Runde mit den Rädern. Die Stadt und Umgebung findet Schulz ideal für Radfahrer. Oft geht es die Elbe entlang, Richtung Wörlitz, Wittenberg oder Kühnau. Wenn der 37-Jährige seine Eltern in Mühlstedt besucht, lässt er oft das Auto stehen und legt die Strecke auf zwei Rädern zurück.
"Ich versuche so viel wie möglich mit dem Rad zu erledigen", erzählt Schulz. Sommer wie Winter. Bei Regen und Sonnenschein. Diese Regelmäßigkeit ist es auch, die ihn problemlos ein bis zwei große Touren pro Jahr mit dem Fahrrad bewältigen lässt. Nach Prag ist er in den letzten Jahren schon geradelt. Ebenso zur Ostsee. Den Radweg von Kopenhagen nach Berlin hat Schulz auch schon absolviert. England per Rad erkundet und von Budapest nach Passau hat er in die Pedale gestrampelt. "Da waren manchmal Tagesetappen von über 100 Kilometern dabei, die ich ganz ohne Vorbereitung absolviert habe", berichtet der passionierte Radler.
Schulz versteht das Radfahren nicht als Rennen, sondern entspannte Fortbewegung. Da können Start und Ziel auch ruhig große Distanzen haben. Einzig, was in die Muskeln geht, sind Höhenunterschiede. Diese Erfahrung hat Schulz einmal im sächsischen Vogtland gemacht. Die leichten Anstiege auf seiner Etappe am 24. Juni, denkt der Dessauer gut bewältigen zu können.
Die Radpartie der Mitteldeutschen Zeitung sieht er als gute Gelegenheit, Halle und Umgebung aus einer neuen Perspektive zu erkunden. "Mit dem Rad kriegt man mehr von der Landschaft mit, als wenn man Autofahren würde. Und trotzdem können erstaunlich große Distanzen zurückgelegt werden", formuliert Schulz sein Plädoyer für die Fortbewegung auf zwei Rädern. Zudem ist der 24. Juni eine gute Vorbereitung für die geplante Tour auf dem Elberadweg nach Hamburg. Am Tag danach tritt Schulz mit seiner Frau die Reise von Dessau-Roßlau aus in die Elbmetropole an. Rund 80 Kilometer planen beide täglich zu absolvieren. "Halle ist dafür mein finaler Härtetest", sagt der Dessauer.