Alle wollen helfen: Propst Gerhard Nachtwei versenkt mit Hilfe der Kinder die Zeit-Hülse bei der Grundsteinlegung in der Montessori-Kita. (FOTO: SEBASTIAN)
"Wer will fleißige Handwerker sehn? Der muss zu uns Kindern gehn", das singen und das wissen die Mädchen und Jungen der Caritas-Kindertagesstätte Maria Montessori ganz genau. Am Dienstag stehen sie gemeinsam mit Eltern, Bauleuten und vielen anderen Gästen auf der Fundamentplatte für den Erweiterungsbau der Kita und freuen sich, dass gleich etwas Wichtiges passiert: Der Grundstein für den Neubau wird gelegt. Und dafür werden Zeitungen des gestrigen Tages, ein Bauplan und vor allem Zeichnungen der Kinder in einer metallenen Hülse verstaut und versenkt. Neugierig recken die Kinder die Köpfe, erspähen die silberne Hülle ein letztes Mal, bevor Mörtel und eine Abdeckplatte darüber kommen.
Vier Jahre hat es gedauert, bis der letzte amtliche Stempel unter den Plänen für den Erweiterungsbau der Montessori-Einrichtung gesetzt und die Finanzierung geklärt war. Doch nun herrscht große Freude bei Kita-Leiterin Michaela Budik, ihren Mitarbeiterinnen und auch bei den Kindern. Besonders für sie ist es aufregend zu sehen, wenn der Bagger oder der Betonmischer auf die Baustelle kommen. "Fast 200 Baufachleute gibt es hier, die beobachten was passiert", weiß Propst Gerhard Nachtwei, der Vorstandsvorsitzende des Kita-Trägervereins, über die Neugier und Aufmerksamkeit der Kinder zu berichten. Und sie wissen ganz genau, was da entsteht: "Ein Kinderhaus" oder "ein Sporthaus" oder "ein schönes Haus" lauten die Antworten auf die Frage von Nachtwei in die Runde. Zwei neue Räume für den Hort entstehen, ein Bewegungsraum und auch ein Platz, an dem Eltern sich treffen können, sagt Kita-Leiterin Budik.
Ein eingeschossiges Gebäude mit einem begrünten Flachdach wird direkt hinter dem Kindergartengebäude errichtet und der Einrichtung in der Oranienstraße zusätzliche 300 Quadratmeter Platz bieten, erklärt Rudolf Lückmann vom Dessauer Architekturbüro Lückmann Architekten. Der Neu- und der Altbau werden durch einen Gang im Kellerbereich miteinander verbunden und anschließend die Terrasse der Kita wiederhergestellt. Doch wenn Rohbau und Innenausbau vollzogen und der Erweiterungsbau zum Jahresende fertiggestellt ist, dann ist noch nicht das Ende der Bauarbeiten erreicht. "Dann", sagt Lückmann, "wird das alte Kita-Gebäude saniert." Eigentlich wäre es der Einrichtung am liebsten gewesen, beide Baumaßnahmen parallel durchzuführen. "Doch wir hatten kein Ausweichquartier für diese Zeit gefunden", bedauert Michaela Budik, sowie "hätten Kosten investiert werden müssen, über die wir nicht verfügen". So werde deshalb erst einmal der Neubau fertiggestellt, damit dieser in der Sanierungszeit des Hauptgebäudes genutzt werden kann. Als Zwischenlösung werden dann wahrscheinlich Container auf dem rund 3.000 Quadratmeter großen Kita-Gelände aufgestellt. Insgesamt werden in den Neubau und in die folgende Sanierung 2,4 Millionen Euro investiert. Der Hauptteil des Geldes sind Fördermittel von der EU, dem Bund und dem Land. 400 000 Euro steuern auch der Träger der Kita und die Stadt Dessau-Roßlau bei.