Dessau-Roßlau: Raupe frisst Bäume kahl

22.06.2012 16:25 Uhr | Aktualisiert 23.06.2012 12:35 Uhr
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Eichenprozessionsspinner

Der Kontakt mit Härchen der Raupe des Eichenprozessionsspinners kann unangenehme Folgen haben. (SYMBOLFOTO: DPA)

Von STEFFEN BREACHERT
Im Dessau-Roßlauer Stadtgebiet ist der Eichenprozessionsspinner auf dem Vormarsch: "Es wurden bislang 70 befallene Bäume gemeldet", bestätigte Gerd Pfefferkorn, Leiter des Dessau-Roßlauer Tiefbauamtes.
DESSAU-ROSSLAU/MZ. 

Im Dessau-Roßlauer Stadtgebiet ist der Eichenprozessionsspinner auf dem Vormarsch: "Es wurden bislang 70 befallene Bäume gemeldet", bestätigte Gerd Pfefferkorn, Leiter des Dessau-Roßlauer Tiefbauamtes - und verantwortlich für den Stadtwald. Die Bekämpfung gestaltet sich schwierig: Der Eichenprozessionsspinner kann eigentlich nur im Larvenstadium effektiv bekämpft werden.

Am Pfingstwochenende ist das passiert. Zentral koordiniert vom Land Sachsen-Anhalt. Insgesamt 7 400 Hektar wurden landesweit mit einem Spezial-Hubschrauber beflogen und mit Insektiziden besprüht. Darunter auch Gebiete des Dessau-Wörlitzer Gartenreiches wie das Luisium. Erfolgreich, wie Horst Woche, verantwortlich für die Gartenanlagen der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, feststellt.

"Es hat sehr gut gewirkt", ist Woche mit dem Ergebnis zufrieden. Nur im Außenbereich des Luisiums gebe es bislang noch ein paar vom Eichenprozessionsspinner befallene Bäume.

In den nicht besprühten Gebieten sind die Sorgen größer. Zuletzt gab es vor allem aus dem Wittenberger Raum Meldungen über den Schädling, nun aber auch in Dessau. "Wir haben Firmen wegen der Bekämpfung angefragt", bestätigte Pfefferkorn durchaus Engpässe auf diesem Gebiet. Die Bekämpfung braucht Spezialisten: Ist der Eichenprozessionsspinner dem Larvenstadium entwachsen, müssen die Raupen eingenebelt und abgesaugt werden. Pro Baum kostet das etwa 200 Euro. Die Freigabe der Mittel sei beantragt, so Pfefferkorn. Das Thema liegt nun als Eilentscheidung auf dem Tisch des Oberbürgermeisters.

Ob noch weitere Bäume im Stadtgebiet befallen sind, ist offen. "Es gibt immer noch Anrufe", räumte Pfefferkorn ein. Nicht immer kann geholfen werden: Befallene Bäume auf Privatgrundstücken müssen auch "privat" gereinigt werden.