Dessau-Roßlau: Reinstellen oder bezahlen

18.05.2012 21:39 Uhr | Aktualisiert 18.05.2012 21:52 Uhr
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Außengastronomie in der Zerbster Straße

Außengastronomie in der Zerbster Straße: Zum Sachsen-Anhalt-Tag im Juli kostet die extra. (FOTO: SEBAISTIAN)

Von Steffen Brachert
Der Sachverhalt ist seit Anfang des Jahres bekannt und sorgt nun trotzdem noch für Aufregung. Während des Sachsen-Anhalt-Tages muss, wer draußen Tische und Stühle stehen hat, diese rein räumen - oder eine zusätzliche Gebühr bezahlen.
DESSAU/MZ. 

Der Sachverhalt ist seit Anfang des Jahres bekannt - und sorgt nun trotzdem noch für Aufregung unter den Gastronomen der Stadt. Während des Sachsen-Anhalt-Tages am ersten Juli-Wochenende muss, wer draußen Tische und Stühle stehen hat, diese rein räumen - oder eine zusätzliche Gebühr bezahlen. Für die Stadt ist das eine der wenigen Möglichkeiten, für das defizitäre Landesfest Einnahmen zu erschließen.

Finanzierung über Standgebühren

"Das war bislang bei jedem anderen Sachsen-Anhalt-Tag so und ist im übrigen beim Leopoldsfest nicht anders", erklärt Almuth Scharge vom Dessau-Roßlauer Amt für Ordnung und Verkehr. Anfang des Jahres sei für die Zeit rund um den Sachsen-Anhalt-Tag eine Allgemeinverfügung erlassen worden, die die sonst gültige Sondernutzungssatzung außer Kraft setzt. "In dieser Zeit hat das Organisationsbüro Zugriff auf die innerstädtischen Flächen. Das Fest muss sich finanzieren und das geht nur über Standgelder", bestätigt Steffen Kuras, Organisationschef des Sachsen-Anhalt-Tages, der vom 6. bis 8. Juli etwa 300 000 Besucher in die Doppelstadt locken soll. Anfang Juni wird das genaue Programm für die drei Tage vorgestellt.

Die Versorgung für das Landesfest wurde ausgeschrieben. Der Zuschlag ging an einen Unternehmer aus Magdeburg. Für Dessauer Gastronomen wurde eine Entgeltordnung erarbeitet, die 30 verschiedene Szenarien beachtet und zusätzliche Ermessensspielräume lässt. "Wir haben das Festgebiet in A-, B- und C-Lagen eingeteilt und nehmen zusätzlich auf das angebotene Sortiment Rücksicht", erklärt Kuras. Mit dem Citynet-Verband und der Dehoga sei das Konzept abgestimmt. "Es gab keine Widersprüche", sagt Scharge, deren Mitarbeiter gerade die einzelnen Verträge aushandeln und abschließen. "Wir finden Lösungen." Ganz ohne Einnahmen geht es aber nicht.

Scharge verteidigt zugleich die Gebühren für Außengastronomie. Als Beitrag zur Haushaltskonsolidierung wurden diese zwar in diesem Jahr von sechs auf sieben Euro pro Quadratmeter erhöht. Für das ganze Jahr. "Damit", sagt Scharge, "sind wir immer noch sehr, sehr günstig. Wir wollen ja, dass die Gastronomen etwas rausstellen."

Gebühren pro Monat und pro Jahr

In anderen Städten sind die Konditionen andere. Leipzig verlangt fünf Euro pro Quadratmeter. Allerdings jeden Monat. In Magdeburg sind 1,47 Euro zu zahlen. Ebenfalls pro Monat. Ab dem fünften Monat ist man in der Landeshauptstadt teurer als in Dessau-Roßlau. "Dafür können hier von April bis November die Stühle rausgestellt werden. Ohne dass mehr zu zahlen ist", sagt Scharge. Selbst kleinere Städte bewegen sich auf Dessauer Niveau - oder darüber. Köthen nimmt einen Euro pro Quadratmeter und Monat. Zerbst 1,50 Euro. In Wittenberg sind ab dem vierten Tisch sechs Euro pro Tisch zu zahlen.

Die Belebung der Innenstadt sei das Ziel, so Almuth Scharge. "Mit den Dessauer Sondernutzungsgebühren sind die Voraussetzungen dafür geschaffen."