Dessau-Roßlau: Schnongs am Start

09.05.2012 19:19 Uhr | Aktualisiert 09.05.2012 20:27 Uhr
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«schnongs»-Mitwirkende

Gruppenbild mit Professorin: Festivalleiterin Angela Zumpe (Mitte, mit rotem Tuch) und die «schnongs»-Mitwirkenden im Sommersemester 2012. (FOTO: PRIVAT)

Ab Freitag findet in Dessau mit "schnongs" das erste Kurzfilmfestival statt. Organisiert wird es wie berichtet vom Fachbereich Design der Hochschule Anhalt.
dessau/MZ. 

Dort, so Angela Zumpe, Festivalleiterin und Professorin für Audiovisuelle Medien am Fachbereich Design, habe man sich schon länger gewünscht, "die Filme, die bei uns entstehen, einer größeren Öffentlichkeit vorzustellen". Mit Angela Zumpe sprach kurz vor der Festivaleröffnung Corinna Nitz.

Frau Zumpe, etwa 100 Kurzfilme sollen ab Freitagabend in Dessau gezeigt werden. Wer hat die eigentlich vorher alle angeschaut und wie viele Einsendungen gab es tatsächlich?

Zumpe: Mit den Studenten haben wir Sichtungsteams gebildet, denn niemand konnte sich alle Beiträge ansehen. Auch in der Jury saßen Studenten, die den ersten bis dritten Preis aus den eingesandten Arbeiten mitermittelt haben. Natürlich hatten wir nicht so viele Einreichungen, wie etablierte Kurzfilmfestivals, aber es kamen erstaunlich viele interessante Beiträge. Wenn man bedenkt, dass es das erste Mal ist, dass das Kurzfilmfestival in Dessau stattfindet, ist das Ergebnis beachtlich.

Welche Kriterien haben Sie bei der Auswahl zugrunde gelegt?

Zumpe: Form und Inhalt, die Gestaltung waren ausschlaggebend. Die Wahl der Mittel, die auch sehr einfach sein konnten, spielte eine Rolle. Und auch, wie eine Idee umgesetzt wurde. Oberstes Kriterium war die Originalität der Umsetzung in Bezug auf den Inhalt.

Gab es auch schlechte Beiträge?

Zumpe: Ja. Manche waren einfach langatmig. Bei anderen wusste man nicht, was einem der Autor überhaupt sagen wollte.

Die Beiträge sind nicht länger als fünf Minuten. Ist das nicht sehr wenig Zeit - bei den doch eher komplexen vorgegebenen Kategorien?

Zumpe: Wir wollten nicht eine genrespezifische Aufteilung in Animation, Fiktion oder Dokumentarfilm vornehmen. Die Studenten entwickelten Oberbegriffe wie "Atmen", welche zum Beispiel Moodpieces / Stimmungsbilder und Musikvideos beinhalten, oder Entdecken, wo es um Porträts und dokumentarische Formate geht.

Woher stammen die Einsendungen?

Zumpe: Aus dem gesamten Bundesgebiet, aber auch aus Polen und sogar von unserer Gastuniversität aus China. Der größte Teil kam aus unserer Region. Es haben sich viele Studenten, aber auch ein paar Amateure beteiligt.

Es sollen auch Filme über die Region gezeigt werden. Spielt dabei das Anhalt-Jubiläum eine Rolle? Wie haben sich die Teilnehmer dieser Thematik genähert?

Zumpe: Es gibt Beiträge zu Anhalt 800, überwiegend von unseren Studenten. Die amerikanischen Gaststudenten haben zum Beispiel einen Deutsch-Rap vor dem Bauhaus inszeniert oder es gibt einen Beitrag über eine junge DJane aus Halle. Insgesamt ist es eher ein frischer, junger Blick auf Anhalt, weniger Historie.

Es gibt das Wettbewerbsprogramm, aus dem die besten Kurzfilme ausgewählt und prämiert werden. Zudem soll es Sonderprogramme geben. Was ist da zu sehen?

Zumpe: Unter anderem haben wir ein Sonderprogramm mit dem Titel "Textmalereien". Dort werden Poetryfilme und Buchtrailer gezeigt, die im Fachbereich Design entstanden sind. Ein weiteres Programm trägt den Titel "Design und Dasein", dabei sind Filme zu sehen, die sich mit philosphischen Aussagen filmisch auseinandergesetzt haben. Auch ein Animationsprogramm wird es geben und Musikclips von den Kurzfilmtagen in Oberhausen.

Sie bespielen beim Festival zwei Orte in Dessau...

Zumpe: Wir sind glücklich, mit dem Kiez-Kino als Programmkino und darüber, dass wir im Bauhaus die Eröffnung und die Preisverleihung machen können.

Design-Studenten haben für das Festival und die Preisverleihung am Sonntag eigens eine schnongs-Trophäe entworfen...

Zumpe: Ja, wir nennen den Preis aber schnongs-Award. Trophäe hörte sich zu sehr nach Sport an.