Dessau-Roßlau: Wende um 180 Grad

10.05.2012 19:03 Uhr | Aktualisiert 10.05.2012 22:13 Uhr
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Die Südschwimmhalle

Die Südschwimmhalle. (FOTO: SEBASTIAN)

Von Steffen Brachert
Dessau-Roßlaus Stadtverwaltung hat in Sachen neuer Schwimmhalle eine 180-Grad-Wende hingelegt: Wurde bislang die Sanierung der maroden Südschwimmhalle favorisiert, wird nun auf einen Ersatzneubau im Zentrum der Stadt gesetzt.
Dessau/MZ. 

Plötzlicher Stimmungsumschwung

Die Wende wurde am Mittwoch im Finanzausschuss eingeleitet. Im Gegensatz zum Kulturausschuss vor drei Wochen warb die Stadtverwaltung dort für den Bau einer neuen Schwimmhalle an einem neuen Standort - und konnte damit die Mehrheit der Stadträte überzeugen. Anfang Juni soll das Thema abschließend im Stadtrat behandelt werden.

Die Wende überrascht. Bislang hatte die Stadtverwaltung ganz klar auf eine Sanierung gesetzt. Aus Kostengründen. Eine Studie hatte die Sanierungskosten auf 6,4 Millionen Euro beziffert und einen Neubau mit 10,2 Millionen Euro veranschlagt. Doch in den vergangenen Tagen hat ein Umdenken eingesetzt. Zwei Faktoren sind dafür verantwortlich: Zum einen gibt es Zweifel an den Sanierungskosten. In den nächsten Wochen steht eine genaue Untersuchung der insgesamt 20 Stützpfeiler der 32 Jahre alten DDR-Schwimmhalle an. Unliebsame Überraschungen werden nicht ausgeschlossen. Zum anderen fehlt der Stadt während der Zeit der Sanierung eine Schwimmhalle, da das Gesundheitsbad in der Askanischen Straße nicht geeignet ist. Die Schüler müssten ein Jahr lang aufwendig zum Schwimmunterricht gebracht werden. Auf Kosten der Stadt.

Die ist nun ins Grübeln gekommen. Zumal sich der Kostenunterschied von 3,8 Millionen Euro relativiert, wenn die vom Land in Aussicht gestellte hohe Förderung tatsächlich kommt. Dessau-Roßlau bekäme 70 Prozent. Nach intensiven Gesprächen mit Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) und Innen- und Sportminister Holger Stahlknecht (CDU) scheint das nicht unrealistisch. Die Stadt müsste einen 30-prozentigen Eigenanteil tragen: Bei der Sanierung beträgt dieser 1,92 Millionen Euro. Beim Ersatzneubau wären es 3,06 Millionen Euro. Der Unterschied liegt also bei einer knappen Million Euro. Wenn die Kostenschätzungen Bestand haben.

Stadtverwaltung und die Mitglieder im Finanzausschuss waren am Mittwoch dafür, diese Mehrkosten zu tragen. "Ein Neubau hat deutlich weniger Unbekannte", sagte Dessau-Roßlaus Sportdirektor Ralph Hirsch. Zudem könnten die Betriebskosten eines Neubaus noch unter denen einer sanierten Schwimmhalle liegen. Das soll noch einmal berechnet werden. "Eine Sanierung wäre eine halbherzige Lösung, an der wir langfristig keine Freude haben werden", sagte SPD-Stadtrat Hans-Peter Dreibrodt.

Stadtplanung möglich

Nicht in Euro berechnen lässt sich ein anderer Fakt: Mit einer neuen Schwimmhalle im Zentrum lässt sich Stadtplanung betreiben. Platz gibt es in der Langen Gasse und am Kristallpalast genug.