DHB-Präsident: Ascherslebens OB hält den Ball noch flach

21.06.2012 20:33 Uhr | Aktualisiert 22.06.2012 16:16 Uhr
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Andreas Michelmann

Ascherslebens Oberbürgermeister Andreas Michelmann. (FOTO: MZ)

Von harald vopel
Ascherslebens Oberbürgermeister Andreas Michelmann gilt als Kandidat für das Amt des Präsidenten des größten Handballverbandes der Welt. Der Rücktritt als Bürgermeister wäre nicht ausgeschlossen.
aschersleben/MZ. 

Ascherslebens Oberbürgermeister Andreas Michelmann hält den Ball zwar noch flach, aber sein Hut liegt bereits im Ring. Als ehrenamtlicher Präsident des Handballverbandes Sachsen-Anhalt wird er mit großer Wahrscheinlichkeit im nächsten Jahr zur Wahl des Präsidenten des Deutschen Handballbundes (DHB) antreten. Michelmann bestätigte am Donnerstag gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung eine diesbezügliche Meldung in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift Handballwoche. Dass Michelmann - im Fall seiner Wahl - Abschied vom Amt des Oberbürgermeisters, in das er bis 2015 gewählt ist, nehmen würde, könne er sich durchaus vorstellen. Allerdings gäbe es gegenwärtig noch keine Gründe, um ernsthaft über einen solchen Schritt nachzudenken, erklärte Michelmann. Eine neue Herausforderung wäre das Präsidentenamt des größten Handballverbandes der Welt für ihn allerdings schon. "Es ist ja kein Geheimnis, dass ich mit dem Handball emotional eng verbunden bin."

Michelmann und weitere Führungskräfte im DHB hätten - auch angesichts der Tatsache, dass keine deutsche Handball-Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen in London am Start sein wird - erkannt, dass die Struktur des DHB grundlegend reformiert werden müsse. In diesem Zusammenhang sei auch denkbar, dass der DHB-Präsident künftig nicht mehr ehrenamtlich, sondern hauptamtlich arbeitet. Bis zum 24. November werde eine sogenannten Strategiekommission, in der er selbst auch mitarbeite, ein Konzept für die Zukunft des Deutschen Handballbundes dem erweiterten Präsidium des DHB vorgelegt, erklärt Michelmann.

Die Idee zu Michelmanns Kandidatur - die noch längst nicht auf dem Papier stehe - stamme übrigens nicht von ihm. Vielmehr sei er daraufhin von Vertretern anderer Landesverbände angesprochen worden. Als einer der Kritiker der derzeitigen DHB-Führungsriege, habe er schließlich zugesagt. Michelmann weiß dabei eine ganze Reihe von Landesverbänden hinter sich.

Allein die Möglichkeit einer Kandidatur - und mehr ist es gegenwärtig noch nicht - zum DHB-Präsidenten, habe keinen Einfluss auf seine Arbeit als Oberbürgermeister, versichert Michelmann. "Was ich hier mache, mache ich mit vollem Engagement." Er sei sich allerdings klar darüber, dass an der einen oder anderen Stelle ganz schnell spekuliert werde. Dem könne man wohl kaum Einhalt gebieten.

Am Ende könne es aber auch so sein, dass eine künftige, neue Struktur des DHB darauf hinaus- laufe, dass der Verband auch weiterhin von einem ehrenamtlichen Präsidenten geführt werde. In diesem Fall würden Gedankenexperimente über einen Rückzug Michelmanns aus dem Ascherslebener Rathaus wahrscheinlich nur Schall und Rauch sein.

Die Mitglieder der Strategiekommission und der DHB-Führungsriege, darunter auch der derzeitige Präsident Ulrich Strombach, treffen sich übrigens in der nächsten Woche in Aschersleben. Neben internen Gesprächen wird es bei dieser Gelegenheit auch einen Besuch bei der Firma Novo Tech im Gewerbegebiet an der Güstener Straße geben. Novo Tech liefert einen neu entwickelten Spielboden für das Freundschaftsspiel zwischen den Bundesligisten SC Magdeburg und den Füchsen Berlin, welches im Juli unter freiem Himmel auf der Herrenbreite in Aschersleben ausgetragen wird.