Dienstwagen: Landesregierung ist unterwegs im Klimakiller

08.05.2012 15:40 Uhr | Aktualisiert 08.05.2012 20:13 Uhr
Drucken per Mail
Dienstwagen

Dienstwagen stehen vor dem Reichstag. (SYMBOLFOTO: DPA)

Sachsen-Anhalts Regierung hat besonders umweltschädliche Dienstwagen. Im bundesweiten Vergleich stoßen nur die Flotten der Landesregierungen von Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern noch mehr Kohlendioxid aus als die des Kabinetts in Magdeburg.
MAGDEBURG/DPA/DAPD/AFP. 

Sachsen- Anhalts Regierung hat besonders umweltschädliche Dienstwagen. Im bundesweiten Vergleich stoßen nur die Flotten der Landesregierungen von Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern noch mehr Kohlendioxid aus als die des Kabinetts in Magdeburg, wie die Deutsche Umwelthilfe (DUH) am Dienstag mitteilte.

Besonders gerügt werden Landesverkehrsminister Thomas Webel (CDU) und Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD). Beide Ressortchefs fahren Dienstwagen, deren Kohlendioxidausstoß den Klimaschutz-Zielwert der EU um mehr als 50 Prozent überschreiten.

EU-Werte deutlich überschritten

Der angestrebte Wert liegt bei 130 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer. Der Wagen des Verkehrsministers stößt 204 Gramm aus, der des Finanzministers 198 Gramm. Das Auto von Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hinterlässt auf jedem Kilometer 180 Gramm CO2. Auch damit wird der EU-Zielwert noch deutlich überschritten. Unter den Landeschefs steht Haseloff allerdings nicht so schlecht dar. Sein Dienstwagen hat den „viertbesten“ Schadstoffwert. Im Vergleich zum vergangenen Jahr hat sich die Kohlendioxid- Bilanz der Dienstwagenflotte der Landesregierung allerdings etwas gebessert. Im Durchschnitt stößt jeder Wagen 182 Gramm CO2 pro Kilometer aus - zwei Gramm weniger als 2011. Für die Untersuchung wurden die Daten der Dienstwagen zwischen Februar und April 2012 in den Bundes- und Landesministerin erfragt. Ausgewertet wurden CO2- Ausstoß, Höchstgeschwindigkeit, Baujahr, Motorleistung und Modell.

Schlecht weg kommen in der Untersuchung der Umwelthilfe aber nicht nur Politiker aus Sachsen-Anhalt: Die Umwelthilfe kritisierte insbesondere die Autos mehrerer Ministerpräsidenten wegen „Übermotorisierung“ und dem Ausstoß von zu viel klimaschädlichem Kohlendioxid. So stößt der Dienstwagen des bayerischen Landeschefs Horst Seehofer (CSU) 278 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer aus.

Auch das Auto des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) bekommt für seine 277 Gramm pro Kilometer die „Rote Karte“ der DUH, weil er die EU-Vorgabe um mehr als 50 Prozent überschreitet. Der einzige Ministerpräsident der Grünen, der Baden- Württemberger Winfried Kretschmann, liegt mit seinem Dienstauto und 195 Gramm CO2-Ausstoß im Mittelfeld.

Gesundheitsminister liegt hinten

Im Bundeskabinett sieht es etwas besser aus. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) ist am umweltfreundlichsten unterwegs. Ihr Wagen stößt lediglich 149 Gramm CO2 pro Kilometer aus. Dagegen sind es beim Dienstwagen von Gesundheitsminister Bahr 183 Gramm. Der Wagen von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) schneidet mit 176 Gramm mittelmäßig ab.

DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch bezeichnete die Resultate als „alles in allem enttäuschend“. 2011 hätten sich „viel zu wenige Spitzenpolitiker demonstrativ für wirklich klimaschädig