Eisleben: «Luther-Gipfel» in Eisleben

16.07.2012 20:25 Uhr | Aktualisiert 16.07.2012 21:28 Uhr
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Im Hof des Sterbehauses

Im Hof des Sterbehauses hören Christine Lieberknecht (l.) und Reiner Haseloff (r.) den Erläuterungen von Christian Philipsen von der Stiftung zu. (FOTO: LUKASCHEK)

Von jörg müller
Die Regierungschefs von Sachsen-Anhalt und Thüringen sind auf dem innerstädtischen Lutherweg unterwegs.
eisleben/MZ. 

Stefan Rhein packte die Gelegenheit beim Schopfe. "Es wäre eine große Ehre, wenn wir beide Ministerpräsidenten am 25. Januar 2013 wieder zu Gast hätten", sagte der Direktor der Stiftung Luthergedenkstätten. An diesem Tag werde nämlich das neue Museumsquartier Luthers Sterbehaus offiziell eingeweiht. Woraufhin Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff sofort seinen elektronischen Terminkalender zückte. Festlegen wollte er sich allerdings noch nicht: "Schau'n wir mal", meinte der Ministerpräsident, der am Montag gemeinsam mit seiner Thüringer Amtskollegin Christine Lieberknecht (beide CDU) die Lutherstadt Eisleben besuchte.

Erste Station beim "mitteldeutschen Luther-Gipfel", wie Rhein das Treffen bezeichnete, war denn auch die Baustelle am und im Sterbehaus. Dort sind sowohl im Alt-, als auch im Neubau die Rohbau- und Installationsarbeiten in vollem Gang. Der neue Trakt zum Vikariatsgarten hin - wo sich künftig der Kassenbereich, die Sanitäranlagen, ein Veranstaltungsraum sowie der Eingang in die Dauerausstellung befinden werden - wird bereits mit einer Klinkerfassade verkleidet. Auch die Betonwände im Innenhof werden diese Klinkerfassade erhalten. Mit dem Eröffnungstermin hat es übrigens eine historische Bewandtnis: Auf seiner letzten Reise von Wittenberg traf Luther am 26. Januar 1546 in Eisleben ein - wo er dann am 18. Februar starb. Und so wird am 26. Januar kommenden Jahres die Öffentlichkeit erstmals in das neue Museum eingeladen sein; am Vorabend findet die offizielle Einweihung statt.

Nach einem Blick in die Andreaskirche wanderten die beiden Ministerpräsidenten auf dem innerstädtischen Lutherweg über den Markt und den Jüdenhof zur ehemaligen Synagoge, dem Zentrum Taufe in der Petrikirche sowie zu Luthers Geburtshaus. "Der Lutherweg und auch die Synagoge waren neu für mich", sagte Haseloff. Seine Thüringer Amtskollegin Lieberknecht sagte, sie sei besonders beeindruckt von dem Engagement der Eisleber Bürger. In diesem Punkt könne man freilich noch nicht ganz zufrieden sein, so der CDU-Landtagsabgeordnete Eduard Jantos, der die beiden Regierungschefs in die Lutherstadt eingeladen hatte. "Wir müssen die Bürger noch mehr mitnehmen, damit wir mit Blick auf das Reformationsjubiläum 2017 gute Gastgeber werden", so Jantos. Eisleben sei von Luther geprägt. Trotz der schwierigen finanziellen Situation habe die Stadt - gemeinsam mit dem Land und der Lutherstiftung - ihren Beitrag zu den erheblichen Investitionen geleistet. "Und wir sind da für jede Hilfe dankbar", so der Abgeordnete und Stadtrat.