Eisleben: 33-Jähriger schlägt Räuber in die Flucht

26.04.2012 19:55 Uhr | Aktualisiert 26.04.2012 22:00 Uhr
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Revierleiter Wilfried Henze

Revierleiter Wilfried Henze hat sich am Donnerstag bei dem Hettstedter für dessen Einsatz bedankt. (FOTO: WINTERFELD)

Von Frieder Fahnert
Raik S. hat nicht gezögert: Als der sah, was sich da abspielt, hat er eingegriffen und den Räuber in die Flucht geschlagen. Und durch seine exakte Personenbeschreibung konnte der Täter ermittelt und festgenommen werden.
Eisleben/MZ. 

Raik S. hat nicht gezögert: Als der sah, was sich da abspielt, hat er eingegriffen und den Räuber in die Flucht geschlagen. Und nicht nur das. Durch die exakte Personenbeschreibung konnte der Täter ermittelt und festgenommen werden. Dieser sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Wilfried Henze, der Leiter des Polizeireviers Mansfeld-Südharz, hat sich gestern mit einem Blumenstrauß und einem Gutschein bei Raik S. bedankt.

Auf Handtasche abgesehen

Es war an einem Sonntagnachmittag Ende Januar im Bereich der Eisleber Schlackenmühle. Der Hettstedter Raik S. hatte gerade seine Freundin nach Hause nach Eisleben gebracht. Als er zu seinem Wagen ging, dämmerte es bereits. Er habe zunächst drei Personen bemerkt. "Ich dachte erst, die kennen sich", so der Hettstedter. Denn auf den ersten Blick habe es so ausgesehen, als ob sie sich umarmen. Schnell sei aber klar gewesen, dass es sich nicht um Freundschaftbekundungen gehandelt hat. Der Räuber hatte es auf ein Rentnerehepaar abgesehen, wollte offensichtlich die Handtasche der Frau stehlen. Er hatte die Seniorin bereits zu Boden gedrückt und auf sie eingeschlagen. Der 33-jährige Hettstedter ging resolut dazwischen, riss den Angreifer von der Frau los.

Keine Angst gehabt

Damit hatte der Räuber offensichtlich nicht gerechnet. Ohne Beute ergriff er die Flucht. Allerdings hatte sich der mutige Retter das Aussehen des Täters und dessen Bekleidung genau eingeprägt. Auffallend dabei: blaue Turnschuhe. Und genau anhand dieser Schuhe konnte der Räuber später überführt werden. "Sicherlich ist es ein komisches Gefühl, wenn man in solch eine Situation gerät", so der Hettstedter. Aber Angst habe er nicht gehabt. Man könne schließlich selbst einmal auf Hilfe angewiesen sein.

"Das war ein typisches Beispiel von Zivilcourage", so Polizeisprecher Heiko Prull. Man müsse in solch einer Situation aber immer abwägen und sich nicht selbst in Gefahr bringen.