Eisleben: Ein Bergfried zum Ausmalen

20.05.2012 20:11 Uhr | Aktualisiert 20.05.2012 22:33 Uhr
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Hier war mal ein Bergfried?

Hier war mal ein Bergfried? Jetzt ist es eine große Malfläche für die Kinder. (FOTO: MAIK SCHUMANN)

Von gudrun riedel
Eine besondere Aktion zum Tag der Türme am Eisleber Schloßplatz erinnerte an den Verlust eines geschichtsträchtigen Bauwerks, dessen Reste einst gesprengt wurden.
eisleben/MZ. 

Der Eisleber Geschichts- und Heimatverein hatte zum Tag der Türme eine zündende Idee. Wenn der 35 Meter hohe Bergfried des Renaissanceschlosses in Eisleben schon aus dem Stadtbild verschwunden ist, sollten wenigsten die Umrisse sichtbar werden. Mit dieser Idee wurde gleich noch einem anderen Anliegen gerecht: Wie könnten die Kinder am Tag der Türme teilhaben? Ganz einfach: Sie malen den Grundriss des verschwundenen Turmes dort auf und aus, wo er einst stand.

Unter dem Motto "Gegen das Vergessen: Schmerzhafter Verlust des Bergfrieds" wurden Mädchen und Jungen aus Kindertagesstätten, Schulen, Kirchengemeinden sowie Vereinen gewonnen, auf dem Platz, an dem jetzt ein Supermarkt steht, eine Malaktion zu starten.

Im Handumdrehen war die 7,7 Mal 7,7 Meter große Fläche, so groß war die Grundfläche des Bergfrieds, mit malenden Kindern besetzt. Ob eine gelbe Sonne oder Püppchen und Teddys, die Kinder entfalteten viel Fantasie, um sich innerhalb der angegeben Flächen mal so richtig mit Malkreide auszutoben. Das war Gaudi nicht nur für die Kinder, auch die Eltern malten fleißig mit und waren mit Feuereifer bei der Sache.

Nach den Worten von Klaus Rohde, Mitglied des Geschichts- und Heimatvereins und Koordinator der Aktion, konnten zahlreiche Sponsoren gewonnen werden, um die Idee in die Tat umsetzen zu können. So beteiligte sich auch die Belegschaft des Supermarktes am Schloßplatz, die den Teilnehmern Getränke spendierten. Elvira Gräbe, Vorstand der Volks- und Raiffeisenbank, hatte nicht nur Zuschüsse für die Malutensilien gespendet. Die Bank öffnete auch ihre Räume in dem historischen Bankgebäude. Von der oberen Etage hatte man nämlich einen schönen Blick auf den Schloßplatz, die Malereien der Kinder und auch einen Blick über die Lutherstadt hinweg.

Auch der Eisleber Musiker Gregor Majewski war mit von der Partie. Er spielte unter dem Jubel der Kinder auf einem Fahrrad Trompete. Er trug genau so zum Gelingen der Malaktion bei wie die schwungvollen Indianertänze der Eisleber Lotterstädter-Kinder, die Ilona Gleiche betreut. Die Malaktion war Bestandteil des Tages der Türme, bei Gebäude in Eisleben, Volkstedt und Polleben besichtigt werden konnten.